Das MCU: Top 22

Ich hatte ein paar Leuten versprochen, einmal über meine Top-Liste der Marvelfilme zu schreiben. Also welchen Film mag ich am liebsten, welchen am wenigsten. Und ohne große Umschweife: Meine Liste sieht aktuell so aus. (Anmerkung jedoch: Die Platzierung von Captain Marvel und Endgame könnte sich mit DVD/BluRay Release noch ändern.)

Und weil man das ja so macht: Vom letzten bis zum ersten Platz!

Platz 22: Avengers: Age of Ultron

Die meisten kennen meine Probleme mit dem Film. Letzten Endes ist das zentrale Problem, wie der Film mit Black Widow umgeht. Allerdings hat mir der Film auch ansonsten in Sachen Struktur nicht wirklich zugesagt. Der Film ist zu voll, hat zu viele Unterplots, hat zu viel Action und zu wenig Charakterszenen. Die Charakterszenen, die es gibt, mag ich sogar. Doch es ist in meinen Augen einfach zu wenig. Und der Umgang mit Black Widow hat mich hier wirklich wütend gemacht. Wie auch, dass sie Hydra letzten Endes Off-Screen besiegt haben.

Platz 21: Iron Man 3

Ich verstehe, warum die Entscheidung mit dem Mandarin getroffen wurde. Ja, Comic Mandarin ist ein rassistischer Stereotyp und ich kann auf Comic Mandarin gut verzichten. Pierce als Bösewicht jedoch? War einfach nur langweilig. Gleichzeitig ärgert mich so viel anderes an dem Film. Pepper und Maya werden beide gadamselt. Maya wird in die Gefriertruhe gepackt, um Tony zu motivieren. Darf ich anmerken, dass ich Maya in den Comics liebe? Und dazu kommt, dass Tonys PTBS auch auf einmal im dritten Akt verschwunden ist. Yay. Wenn das so einfach ginge …

Platz 20: Avengers: Infinity War

Mein Problem mit diesem Film ist zu nicht unerheblichen Teilen ein ähnliches, wie mit Age of Ultron. Zu viel Action, zu wenig Charakterszenen und der Umgang mit den weiblichen Figuren ist unter aller Sau. Ja, die Action ist cool und alles, aber ganz ehrlich? Nein. Einfach nur nein. Des Weiteren finde ich die Entscheidung, Thanos zum „Protagonisten“ des Films zu machen und ihn halbwegs sympathisch darzustellen, problematisch. Ja, cooler Trick, wäre da nicht die Tatsache woher seine Ideologie kommt. Jemand hätte ihm widersprechen müssen – nicht nur auf der Basis von „es ist moralisch falsch“.

Platz 19: The Incredible Hulk

Was soll ich zu diesem Film sagen? Er fühlt sich nicht mehr wirklich an, als wäre er Teil des MCU. Nortons Banner ist einfach nicht mein Banner. Die Handlung ist nicht besonders gut konstruiert. Und allgemein … Es ist halt kein wirklich guter Film und im meinem Kopf ist er auch kein richtiger Teil des MCU mehr.

Platz 18: Ant-Man

Ich hätte wirklich gerne Edgar Wrights Ant-Man gesehen. Wirklich. So wie er war, hatte der Film eigentlich einige schöne Ideen, wirkte jedoch ein wenig wie ein Frankensteins-Monster. Man merkte das Produktionschaos in diesem Film wirklich. Scott als Hauptcharakter wirkte etwas blass, Louis war mir zu stereotyp, der Bösewicht so vergessenswert, dass ich ihn wirklich vergessen habe und die Romanze zwischen Scott und Hope unausgereift. Meh.

Platz 17: Thor: The Dark World

Was soll ich zu diesem Film sagen, was nicht schon tausend Mal gesagt wurde? Vielleicht hat Natalie Portman Recht und der Film wäre besser geworden, hätte Patty Jenkins Regie geführt. Ich meine, anders als bei den bisher genannten Filmen, hatte ich hier durchaus meinen Spaß. Ich habe über einige Dinge sehr gelacht und vor allem Loki hat einige richtig gute Szenen. Doch gerade das Finale war ziemlich mies – einmal davon abgesehen, dass ich es ärgerlich fand, wie der Film mit Selvig umgegangen ist.

Platz 16: Iron Man 2

Es ist nicht einmal so, als würde ich Iron Man 2 wirklich schlecht finden. Ich gebe offen zu: Ich mag sowohl Hammer, als auch Whiplash relativ gern als Bösewichte – und ja, es ist mir egal, ob sie der Comicvorlage entsprechen. Aber der Film hat massenhaft strukturelle Probleme, was wiederholtes Schauen weniger angenehm macht. Außerdem ist es wahrscheinlich der Film, bei dem es mich am meisten stört, wie wenig alle Tonys Privileg hinterfragen – oder eher, wie diejenigen, die es tun, als ungerechtfertig und böse dargestellt werden.

Platz 15: Doctor Strange

Der Film ist optisch wirklich cool gemacht. Cumberbatch ist das perfekte Casting für Doctor Strange. Es gibt eine Menge coole Szenen. Das mit der Ältesten war ein zweischneidiges Schwert (von wegen: „Wir vermeiden den ‚Weiser alter asiatischer Mentor‘ Stereotyp durch White Washing“), aber ich fand Swinton in der Rolle rein schauspielerisch gut. Allerdings ist es suboptimal gelaufen, dass Strange als Charakter leider sehr flach ist. Wie es in einem Review so schön hieß: „Irgendwas stimmt mit dem Drehbuch nicht, wenn ein Kleidungsstück mehr Charakter hat, als der Protagonist.“

Platz 14: Ant-Man and the Wasp

In vielerlei Hinsicht hat der Film dieselben Probleme, wie der erste Ant-Man Film. Allerdings fand ich den Konflikt rund um Scott hier wesentlich besser umgesetzt, habe mich über die Charakterausarbeitung von Scotts Familie gefreut und … Nun, was soll man sagen? Der Film besteht tatsächlich den Bachdel Test. Sowieso: Ghost war als Antagonistin weit interessanter, als viele andere MCU-Antagonisten.

Platz 13: Spider-Man: Homecoming

Bei dem Film bin ich immer ein wenig hin und her gerissen, wo ich ihn platzieren soll. Ich mag Hollands Version von Peter recht gern, aber gleichzeitig habe ich so viel an dem Film auszusetzen. Nicht zuletzt, dass man halt wirklich ein Argument dafür machen kann, dass Peter diverse Leute unnötig gefährdet. Allerdings liebe ich das unterstützende Cast des Films. Vor allem Ned und MJ sind klare Favoriten. Ich glaube aber auch, dass dieser Spider-Man als Disney+ Serie, besser funktioniert hätte.

Platz 12: Thor

Der erste Thor. Nicht mein Lieblingsfilm, aber ich mochte den Soundtrack sehr und … Ja, der Film hat Loki. Ein wenig fühlt sich dieser Film heute an, als käme er aus einer anderen Zeit. Doch er macht definitiv weiterhin Spaß. Außerdem hat er von den Einzelfilmen und Phase 1 meiner Meinung nach den besten Soundtrack. Leider bleibe ich dabei: Ich finde die Darstellung von Jane nicht so gut, da ihr „Wissenschaftlerdarsein“ mehr erzählt, als gezeigt ist.

Platz 11: Iron Man

Der erste Iron Man ist ein Klassiker, wenngleich ebenfalls ein kleines Relikt aus einer anderen Zeit. Ich glaube, aus heutiger Sicht ist mein größtes Problem die Abarbeitung von diversen rassistischen Stereotypen, die sich schwer übersehen lassen. Allerdings ist der Soundtrack klasse, Downey Jr. großartig in der Rolle und es ist und bleibt natürlich der erste Film des MCU und hat dadurch einen gewissen Bonus.

Platz 10: Captain America: The First Avenger

Falls es jemanden überrascht: Ja, von den Einzelfilmen in Phase 1 mochte ich tatsächlich Captain America am liebsten. Ich bleibe dabei, dass Steve für mich von den OG6 der interessanteste Held ist. Zudem hat der Film relativ gut als Metanarrative zum Thema Kriegspropaganda funktioniert, was mir ebenfalls gut gefallen hat. Und auch technisch gesehen fand ich den Effekt mit dem noch kleinen Steve sehr gut umgesetzt.

Platz 9: Avengers: Endgame

Ohne zu viel zu sagen, verweise ich als erstes auf mein Review zu dem Film. Ich mag den Film für die vielen Charaktermomente, die er hatte. Ich mag ihn für Nebula. Ich mag ihn für einige epische Momente im Finale. Aber ja, da ist auf der anderen Seite die Sache mit Natasha und wie der Film mit ihr umgeht. Da ist auch die Sache mit der Heteronormativität. Und vor allem wenn wir die Autoren beim Wort nehmen (was ich nicht tue), ist das Ende von Steve einfach nur OoC.

Platz 8: Captain America: Civil War

Ich bleibe dabei: Der Film hätte mir deutlich besser gefallen, hätte das MCU vorher in den Filmen wirklich Steves und Tonys Freundschaft aufgebaut, anstatt sich auf ihre Konflikte zu konzentrieren. Dennoch hat der Film, selbst wenn ich das Drehbuch nicht zwangsweise gut finde, einige richtig coole Momente. Der Plot ist zwar teilweise unsinnig und unnötig wirr, was doppelt für den Kampf am Flughafen gilt – aber Spaß macht der Film dennoch. Außerdem mochte ich diese Version von Zemo als Bösewicht recht gern.

Platz 7: Captain America: The Winter Soldier

Mein liebster Captain America Film bleibt Winter Soldier. Nein, ich halte den Film nicht für so perfekt, wie einige es tun, aber ich halte ihn durchaus für gut. Das Drehbuch ist recht sinnig, sie haben Nat auch was zu tun gegeben und ich mochte den zentralen Konflikt. Einen besonderen Platz bekommt der Film für mich allerdings dadurch, dass ich, als er rauskam, Agents of SHIELD begeistert geschaut habe, und dieses Erlebnis, aus dem Kino zu kommen, die neue Folge zu schauen und die Folgen des Films zu sehen, etwas besonderes hatte. Nein, es wirkt sich nicht auf die Qualität des Films aus, aber rein subjektiv erhöht es meine Meinung zum Film.

Platz 6: The Avengers

Noch ein Film, dessen Platzierung sicher auch mit Nostalgie zusammenhängt. Doch was soll ich sagen? Der erste Avengers-Film war etwas besonderes, als er herauskam. Und das, was der Film machen wollte, hat er gut gemacht. So hat er zum Beispiel die Screentime erstaunlich gut auf die Charaktere verteilt und allen zu jeder Zeit etwas zu tun gegeben. Das bemerkt man vor allem im Finale. Deswegen funktioniert die Action hier besonders gut, da sie wirklich auf alle Rücksicht nimmt. Davon abgesehen muss man natürlich eins sagen: Loki als Bösewicht hat einfach nur Spaß gemacht.

Platz 5: Captain Marvel

Nach 20 Filmen endlich ein Marvel-Film mit weiblicher Heldin im Zentrum. Man kann es kaum glauben! Generell fand ich den Film gut gelungen. Carol und Maria waren großartig zusammen. Ich mochte den jungen Fury. Goose, der Kater, ist der beste Nebencharakter überhaupt. Ach ja, und der Twists mit den Skrull ist in meinen Augen ausgezeichnet gelungen. Außerdem mochte ich, dass das Storyarc sich weniger mit der Frage beschäftigt hat, ob ein Bösewicht besiegt werden kann, sondern eher damit, Gaslighting zu entkommen.

Platz 4: Guardians of the Galaxy

Der erste Guardians of the Galaxy. Auch wenn ich mir damals echt eine Triggerwarnung für den Film gewünscht hätte, so fand ich den Film doch deutlich gelungen. Die Charaktere sind sympathisch, der Weltenbau faszinierend und der Humor ausgezeichnet. Ich liebe diese Chaotentruppe einfach. Außerdem ist Groot einfach der beste. Was soll man sonst sagen? Sicher, Ronan ist ein relativ langweiliger Bösewicht – doch das macht sich hier im Film weniger bemerkbar.

Platz 3: Thor Ragnarök

Thor Ragnarök, auch bekannt als: Der einzige wirkliche Thor-Film. Ich liebe Taika Waititis Humor. Ich liebe, wie improvisiert der Film zu Teilen ist. Ich liebe Tessa Thompson als Valkyrie. Ich liebe diese Darstellung von Thor. Ich liebe Hela als Bösewichtin. Der Film ist großartig, bunt, inspiriert, nimmt sich nicht zu ernst und … ja, eben einfach großartig. Und nebenbei wahrscheinlich der queerste Film, den es soweit im MCU gibt.

Platz 2: Black Panther

Versteht mich nicht falsch: Black Panther ist in meinen Augen der qualitativ beste Film im MCU – allerdings nur mein zweitliebster. Dennoch: Was für ein großartiger Film! Ich kann kaum mehr sagen, als ich schon in einem vergangenen Review gesagt habe: Der Film spricht viele wichtige, ernste Themen an, hat dabei wundervolle Charaktere und mit Abstand den besten Bösewicht des MCU. Ryan Coogler ist auch im Rahmen der MCU Filme noch einmal eine eigene Klasse an Regisseur. Ja, die CGI ist unfertig, aber wisst ihr was? Das ist mir in diesem Fall ziemlich egal. Denn das Herz des Films sind nicht die Kämpfe, sondern der Konflikt.

Platz 1: Guardians of the Galaxy Vol. 2

Ich weiß, dass einige verwirrt, warum ich diesen Film so sehr liebe. Denn ja, auch ich muss zugeben, dass man ein wenig darüber streiten kann, ob der Film Gamora und Nebula gerecht wird. Darüber, dass Mantis kein guter weiblicher Charakter ist, muss man nicht diskutieren. Ich liebe diesen Film dennoch absolut, da er es wie kein anderer Marvel-Film schafft mich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen zu bringen. Es ist wirklich zu sagen, was es genau ist, aber für mich haben die beiden Guardians-Filme einfach mehr „Herz“, als die anderen Filme im MCU (vielleicht abgesehen von Ragnarök). Und besonders das Thema „Familie vs Family of Choice“ in Guardians 2 hat mich halt sehr angesprochen. Ich empfehle übrigens das Review von Lindsay Ellis sehr, werde irgendwann aber sicher selbst noch eins schreiben!

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Das Beitragsbild stammt von NASA und steht unter Public Domain.