Review: The Owl House – Staffel 1

Heute möchte ich eine Serie reviewn, die in den letzten Monaten auf dem amerikanischen Disney Channel gelaufen ist: The Owl House. Oder auch: Disney bringt uns die perfekte Mischung von magischer Welt, Hexenschülerinnen und Queerness.

Was ist The Owl House?

The Owl House ist eine Disney Channel Serie, die der spirituelle Nachfolger von Gravity Falls. Die Serie wurde von Dana Terrace entworfen, die ebenfalls an der Produktion von Gravity Falls beteiligt war.

The Owl House folgt den Abenteuern von Luz, einem Mädchen, das in der Schule keinen Anschluss findet. Sie ist seltsam, lebt halb in den von ihr geliebten Fantasy-Büchern und andere verstehen sie nicht. Deswegen beschließt ihre Mutter, sie in das „Think Inside the Box“-Camp zu schicken. Doch während Luz auf den Bus zum Camp wartet, klaut eine Eule ihr Buch. Luz folgt der Eule in ein altes Haus und findet sich auf einmal in einer anderen Welt wieder.

In dieser anderen Welt trifft sie auf die Hexe Eda, die Eulenfrau, die auf den Brodelinseln vom Kaiser gesucht wird. Luz hilft sie zu retten und schafft es, sie zu überzeugen, Luz als Schülerin bei sich aufzunehmen. So will Luz ihren Traum zu erfüllen, eine Hexe zu sein, ganz wie die Heldin in ihrer geliebten Fantasy-Reihe.

Was macht Owl House gut?

The Owl House hat ein ähnliches Feeling, wie es Gravity Falls hat. Beide Serien sind zentral Coming of Age Narrativen, die während der Sommerferien in einem Setting spielen, das sich am ersten als „seltsam“ bezeichnen lässt. Es gibt eine Menge Mysterien und Rätsel, die für Zuschauer*innen zu lösen sind. Inklusive Codes, die in jeder Folge auftauchen – selbst wenn es weniger sind, als in Gravity Falls.

Dabei ist die Serie gefüllt mit einer Menge von charmanten Charakteren, die alle ihre eigenen Seltsamheiten und Geheimnisse haben Dabei gibt es auch hier wieder – jedenfalls in der englischen Fassung – viele großartige Synchronsprecher.

Und etwas, das ich ebenso loben muss, obwohl ich dazu bei Cartoons selten komme, ist die Animation, die gerade in wichtigen Szenen unglaublich flüssig ist.

Wie für Disney-Channel Serien mittlerweile gewohnt, ist die Serie größtenteils episodisch aufgebaut, hat aber einen fortlaufenden Plot, bei dem etwaige Veränderungen des Status Quo aus einzelnen Folgen bleiben. Und natürlich sind dazwischen einige Folgen, die tatsächlich den Hauptplot beinhalten.

Die Charaktere

Worauf ich jedoch am meisten eingehen möchte, sind die Charaktere, die der Serie den meisten Charme verleihen.

Da haben wir Luz, die halt in der Menschenwelt irgendwie nicht dazugepasst hat und die Chance ergreift in einer fremden Welt zu bleiben. Manchmal tut sie sich etwas schwer ihre jetzige Realität von ihren Büchern zu unterscheiden, da sie erwartet, dass sich die Dinge ähnlich verhalten, was sie nicht tun. Gleichzeitig gibt sie sich jedoch mit all ihren Sachen Mühe und wird im Verlauf der ersten Staffel bereits deutlich ruhiger.

Eda identifiziert sich am Anfang zwar mit Luz – immerhin passt sie auch nicht ganz in der Hexenwelt zu den anderen – hat allerdings nicht wirklich Interesse daran sie auszubilden. Eda muss im Verlauf der Serie ihre Arten, die Dinge anzugehen, hinterfragen. Vor allem entwickelt sie doch sehr schnell ein mütterliches Verhältnis zu Luz, was sie unter anderem dazu bringt sich beim Schulleiter der örtlichen Zauberschule für ihr Verhalten als Schülerin zu entschuldigen, um es Luz zu ermöglichen, die Schule zu besuchen,

Dann haben wir auch noch Willow und Gus, die Zauberschüler aus der magischen Schule, mit denen sich Luz anfreundet. Von den beiden ist soweit Willow die besser ausgearbeitete. Sie wurde lange Zeit in der Schule gemobbt und war eine Außenseiterin, da ihre Magie sich erst spät entwickelt hat. Im Verlauf der Serie entwickelt sie jedoch ein besseres Selbstbewusstsein, was es ihr leichter macht Anschluss zu finden.

Und dann haben wir noch Amity – doch über sie spreche ich im nächsten Absatz.

Queer Repräsentation

Achtung: Hier gibt es Spoiler – aber es ist etwas, worüber ich reden muss.

Disney hat etwas gemacht, was kaum jemand von Disney erwartet hat.

Denn die dritte Schulfreundin, die eingeführt wird, ist Amity. Sie wird eingeführt als jemand, der fies zu Willow ist, als wir diese kennen lernen. In Folge dessen ist ihr Verhältnis zu Luz auch nicht das beste, als sie sich kennenlernen. Dennoch waren wir gerade Mal in der zweiten Folge mit Amity, dass das Shipping mit den beiden angefangen hat, nachdem sie einen kleinen, sehr ehrlichen Moment miteinander hatten.

Womit nur niemand gerechnet hatte: Genau das ist es, worauf es hinaus läuft. Ein paar Folgen später wird eingedeutet, dass Amity sich in Luz verliebt hat. Etwas, das ein paar weitere Folgen später auch explizit bestätigt wird. Nur eine Folge später ist Amity ein Nervenwrack, das gar nicht weiß, wohin mit den Gefühlen.

Dana Terrace hat via Twitter außerdem bestätigt, dass Luz selbst bisexuell ist. Etwas, das wahrscheinlich bedeutet, dass sich die Beziehung in Staffel 2 weiterentwickeln wird.

Von dieser queeren zentralen Love-Story abgesehen, haben wir im Hintergrund einige gleichgeschlechtlichen Paare. Unter anderem hat Willow auch zwei Väter.

Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an „The Owl House“ herangegangen. Das Artdesign hat mir unglaublich zugesagt und das Konzept hat mich an Anime wie „Ojamajo Doremi“ und „Little Witch Academia“ erinnert. Noch bevor die Serie gestartet ist, habe ich mit einer Freundin über mögliche queere Repräsentation gesprochen, wenngleich ohne damit zu rechnen, dass daraus wirklich was wird.

Ich kann nun freudig verkünden, dass die Serie meine Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen hat. Es ist eine wirklich schöne, lustige, niedliche und gut ausgearbeitete Fantasy-Serie, von der man kaum mehr erwarten kann.

Staffel 1 ist in den USA bereits komplett gelaufen. In Deutschland läuft die Serie seit dem 31.08. werktags um 15:10 auf Disney Channel unter dem Titel „Willkommen im Haus der Eulen“. Wenn ihr also Disney Channel habt: Schaut euch die Serie an!


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