Empfehlung: 4 Urban Fantasy Anime auf Netflix

Diesen Monat ist der Anime-Beitrag ein wenig verspätet, doch heute geht es online. Ich hatte vorgenommen für diesen Monat wieder Anime-Empfehlungen zu machen und habe euch gefragt, zu welchem Genre ihr Empfehlungen möchtet. Die Abstimmung endete sehr deutlich auf Urban Fantasy Anime. Hierzu noch einmal zur Erklärung: Meine Definition von Urban Fantasy. Doch das gesagt, gibt es ein kleines Thema, das ich in diesem Kontext ansprechen möchte:

Urban Fantasy in Anime

Wenn ihr die Anime-Landschaft betrachtet, werdet ihr schnell feststellen, dass viele Anime Urban Fantasy Elemente beinhalten. Das fängt schon bei den Magical Girls an, die beinahe immer im Urbanen Raum und modernen Setting spielen und natürlich magische Elemente beinhalten. Doch es lässt sich beliebig fortsetzen. Wenn es nicht gerade Battle Shonen Manga sind, gibt es häufiger zumindest das ein oder andere magische Element. Selbst in manch einem Slice of Life Anime und Manga hat sich hier oder da ein magisches Element eingeschlichen.

Betrachten wir japanische Literatur finden wir ähnliches. Immer wieder finden sich einzelne magische Elemente in ansonsten sehr „literarischen“ Büchern. Da „Fantasy“ immer noch sein Pulp-Ruf nachhängt, kann es damit nicht Fantasy sein – weshalb man hier von „Magischem Realismus“ spricht. Offiziell definiert als „magische Elemente, die nicht einer Power Fantasie oder Wishfullfilment dienen“.

So oder so: Magische Elemente sind in Anime sehr häufig. Weshalb es Urban Fantasy auch mit starken magischen Ausprägungen und welche mit nur einzelnen magischen Elementen gibt. Ich werde in der Liste beides berücksichtigen. Was ich allerdings ausschließen werde, sind Magical Girl Anime oder Dinge, wie Harem-Serien, die magische Wesen beinhalten – ebenso wie Monster-Serien.

Urban Fantasy Anime auf Netflix

Für die heutigen Empfehlungen habe ich mir gedacht, ich nehme Anime, die auch für Leute, die bisher wenig mit Anime zu tun hatten, zugänglich sind. Denn ein paar der SciFi Anime, die ich das letzte Mal empfohlen habe, sind schwer legal zu schauen. Da aber von den Anime, die ich empfohlen wollte, die meisten auf Netflix in Deutschland verfügbar waren, bot es sich an, dass ich mich dieses Mal darauf beschränke.

Das einzige, was dadurch wegfällt, sind einige CLAMP-Serien wegfallen. Denn CLAMP hat einige gute Urban Fantasy Serien erschaffen. Dennoch möchte ich anmerken: Ein schöner älterer Urban Fantasy Anime ist X/1999. Ebenfalls kann ich Uchouten Kazoku sehr empfehlen.

Insofern: Meine Urban Fantasy Anime Empfehlungen, die ihr auf Netflix finden könnt. Nein, leider bekomme ich kein Geld von Netflix.

Durarara!!

Worum geht‘s?
Mikado zieht für die Oberschule nach Ikebukoru, Tokyo. Hier trifft er seinen alten Freund, aber auch neue skurrile Gestalten. Seltsame Legenden werden in der Stadt erzählt. Eine farblose Gang, die sich „die Dollars“ nennt, hat die Kontrolle an sich gerissen, sagt man. Und ein kopfloser Motorradfahrer treibt nachts sein Unwesen. Außerdem gibt es einen Dämon, der Leute mit einem Katana verfolgt. Einige seltsame Erlebnisse erwarten Mikado hier, die seine alten und neuen Freundschaften auf die Probe stellen.

Durarara!! ist ein Anime, der einige magische Elemente beinhaltet, alles in allem jedoch als eine Teen-Crime-Show aufgezogen ist. Mikado kommt in das ihm fremde Tokyo und wird in die kriminellen Machenschaften verwickelt – an denen auch ein irischer Geist, ein Dämon und ein Mann mit Superkräften verwickelt werden. Im Verlauf der Serie und speziell der späteren Staffeln kommen weitere magische Elemente mit in die Show mit hinein.

Technisch gesehen könnte man ein Argument dafür machen, dass Durarara!! in den Bereich des „magischen Realismus“ fällt, da Mikado seinerseits nie magische Kräfte bekommt. Die Story ist eher als Mystery aufgebaut und dreht sich um Mafia und Gangs.

Dennoch empfehle ich Durarara!! sehr – selbst wenn leider soweit nur die erste Staffel auf Netflix zu finden ist. Der Anime ist unglaublich spannend, stilistisch sehr cool gemacht und zwischenzeitlich sehr lustig. Außerdem gibt es einen geilen Soundtrack!

Noragami

Worum geht‘s?
Hiyori ist die Tochter einer reichen Familie. Sie hat ein normales Leben, bis sie jemanden rettet, indem sie ihn von der Straße stößt und am Ende selbst angefahren wird. Sie überlebt, merkt jedoch schnell, das etwas seltsam ist. Während ihr Körper manchmal plötzlich einschläft, geht ihr Geist in Astralform auf Reisen. So lernt sie Yato kennen – einen Gott ohne Schrein und Gläubige, der versucht, wieder bekannt zu werden. Sie beauftragt Yato ihr astrales Problem zu lösen und wird doch immer mehr in seine Probleme reingezogen …

Noragami ist die Anime-Version des gleichnamigen Manga – selbst wenn auf Netflix soweit nur die erste Staffel des Anime online ist, die nur 12 Folgen umfasst. Die Show hat einen sehr klassischen Urban Fantasy Vibe, ist dabei aber sehr eng mit der japanischen Mythologie verbunden. Denn letzten Endes baut die Serie auf „Clap your hands, if you believe auf“. Nur Götter und Göttinnen, an die die Menschen glauben können existieren. Was ein Problem für Yato ist – denn wenn er gänzlich vergessen wird, muss er schwinden.

Die Serie spielt dahingehend mit verschiedenen Aspekten aus der japanischen Mythologie und zeigt auch einige etwas bekanntere Gött*innen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk der Serie allerdings auf der Verbindung und Freundschaft zwischen Hiyori, Yato und Yukine – Yatos „Shiki“. Ein Fokus, der der Serie gut tut, da es dem Zuschauer erlaubt, eine engere Verbindung mit den Charakteren aufzubauen, die definitiv das Herz der Serie sind.

Fate/Zero

Worum geht‘s?
Der vierte Heilige-Gral-Krieg beginnt. Der Heilige-Gral-Krieg wird zwischen sieben Magiern und ihren Dienern ausgetragen, von denen mindestens drei aus dem alten Magierfamilien Einzbern, Matou und Tosaka kommen. Wer auch immer siegen und damit den heiligen Gral erhalten kann, hat einen freien Wunsch. Emiya, ein Assassine, der sich auf Magier spezialisiert hat, soll in diesem Krieg für die Einzbern Familie kämpfen. Sein Servant: Arthoria Pendragon, Königin Arthur. Bisher konnte der Krieg nie entschieden werden. Wird es dieses Mal anders sein?

Die Fate-Reihe ist definitiv ein Klassiker, wenn es um Urban Fantasy und Anime geht. Die Show ist bekannt dafür sehr episch zu sein, wenngleich in vielen der Serien dennoch stark inklusive üblicher Anime-Tropes. Doch genau deswegen empfehle ich hier Fate/Zero, das bezüglich dieser Dinge etwas heraussticht. Denn Fate/Zero unterscheidet sich vom Rest des Fate-Universums, dass die Protagonist*innen beinahe durchweg Erwachsene über 25 sind und romantische Beziehungen weniger im Weg der Handlung stehen.

Fate/Zero ist düster, episch und ein purer Augenschmaus, da die Show sehr gut zeigt, was Anime kann, wenn Anime Budget hat. Es gibt sehr wenig, was ich hier kritisieren kann, da die Show sogar verhältnismäßig sehr inklusiv ist. Sicher, man kann ein wenig über die Darstellungen der Servants streiten, die alle an historische oder legendäre Figuren angelehnt sind, doch abseits davon besticht Zero mit großartigem Storytelling, interessanten Charakteren und spannenden Kämpfen.

Inwieweit man nach der Show allerdings mit Fate/Stay Night Unlimited Blade Works weitermachen möchte, ist jedem selbst überlassen. Denn Stay Night hat Teenager-Protagonisten und viele der Dinge, die diese halt in Anime mit sich bringen. Die Kämpfe sehen allerdings weiterhin großartig aus!

Little Witch Academia

Worum geht‘s?
Als Kind sah Akko die Zaubershow von Shiny Chariot, einer weltbekannten Hexe, in Tokyo. Seither war ihr Traum klar: Sie wollte eine Hexe sein! Zu ihrem Glück schafft sie es mit 16 bei der bekanntesten Zauberakademie der Welt – Luna Nova, die Schule, die auch Chariot besuchte – aufgenommen zu werden. Damit ist sie eins der wenigen Mädchen aus einer nicht-magischen Familie, das aufgenommen wird. Doch die Probleme fangen schon auf dem Weg an, als sie sich mit ihren Mitschülerinnen Lotte und Suzy auf einmal im verschwundenen Arcturus Wald wiederfindet. Warum ist Chariots Zauberstab hier? Und warum reagiert er auf Akko, die sehr wenig magisches Talent hat?

Little Witch Academia ist ein wenig an der Grenze: Ist es Urban Fantasy oder Portal Fantasy? Denn ja, das Zauberschulkonzept ist ähnlich wie in Harry Potter: Eine Schule, die in effektiv für sich steht. Anders als bei Harry Potter allerdings wissen normale Menschen um Magie – selbst wenn viele es für einfache Tricks halten. Schließlich vertrocknen die Leylines seit Jahrzehnten mehr und mehr. Die Magie stirbt, was ein zentraler Konflikt der Serie ist.

Die jungen Hexen dürfen daher allerdings auch zur normalen Menschenstadt, besuchen unter anderem auch die dortige, nicht-magische Jungenschule mehr als einmal. Deswegen halte ich es für angemessen, die Serie als Urban Fantasy zu fühlen. Die Show ist eine meiner liebsten Serien. Sie erinnert mich an die britische „Eine lausige Hexe“-Reihe und Akko erinnert in mehr als einer Hinsicht an Mildred.

Hier gibt es alles in allem weniger Action, dafür allerdings sehr viel Fluff und sehr viel Wholesomeness. Ein großer Bonus ist Diana, Akkos „Rivalin“, die erst wie ein Draco Malfoy Standin daher kommt, jedoch anders als jener eine sehr strikte Vorstellung von Gerechtigkeit hat, an die sie sich hält.

Allgemein kann die Serie mit vielen tollen Charakteren und Charakterkonflikten überzeugen. Und ganz nebenbei liebe ich den Soundtrack einfach.

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