Gastbeitrag: Trans* in Anime und Manga

Content Warning: Da dieser Beitrag Repräsentation von Transgender in Anime/Manga beinhaltet, komme ich leider nicht darum herum, auch einmal kurz auf die eher negative Sachlage einzugehen. Daher wird es kleinere Erwähnungen von Transphobie zu Beginn geben.

Als Trans-Person hat man es nicht immer einfach, wenn man nach einer guten Repräsentation in den Medien sucht. Man möchte einen Charakter, in dem man sich mitunter selbst wiederfinden kann, oder einen Charakter zu dem man aufsehen kann, den man als Vorbild nehmen kann – so viel trifft zu, egal ob man trans ist oder nicht. Aber was nun, wenn man explizit nach Charakteren sucht, die trans sind?

Ein Vorwort zur allgemeinen Lage

Was Medien betrifft, bin ich persönlich in einem eher kleineren Umfeld zu finden. Ich schaue gerne Anime, ich lese gerne Manga, komme oft mit Videospielen in Kontakt und lese auch den ein oder anderen Roman wann immer es sich anbietet – allerdings habe ich wenig Kontakt zu Serien, Filmen und ähnlichem, die eher aus dem westlichen Teil der Welt kommen. Ich bin mir erst relativ spät bewusst geworden, dass ich selbst trans bin, hatte aber vor diesem Punkt auch nicht zu viele Berührungspunkte mit der Thematik in den Medien, die ich konsumiere – zumindest keine positiven, die mir vielleicht die Erkenntnis schon viel früher hätten geben können.

Dies ist bereits ein Kernproblem, über welches ich oft stoße – es gibt einfach nicht viel, was die Thematik auch mit dem wirklichen Respekt behandelt. Vor allem auch nicht viel, was man explizit als bekannt bezeichnen könnte, was Reichweite hat um Leute die vielleicht nicht ganz mit dem Medium zu tun haben trotzdem zu erreichen. Wenn man sich genauer umschaut, sind gerade auch in Anime und Manga ein paar unangenehme Tendenzen und Stereotypen zu erkennen.

Die Trans-Frau, welche einfach bloß als Mann in einem Kleid gezeichnet wird (im Anime im Regelfall noch mit tiefer Stimme) und bloß für einen Moment der deplatzierten Comedy eingebaut wird.

Der Charakter der explizit auf jeder Ebene wie ein Mädchen aussieht, aber eigentlich vom Anime als Junge geschrieben wird, einfach damit der Witz gerissen werden kann, ein Junge hätte sich versehentlich in einen anderen Jungen verliebt, aber sonst nicht wirklich etwas daraus gemacht wird.

Der Charakter, welcher nach einem (oftmals unfreiwilligen) Geschlechtswechsel auf einmal eine komplette Kehrtwende in der Persönlichkeit macht und in einen Stereotypen reinfällt, egal ob es Sinn macht oder nicht. Oftmals mit einer kräftigen Prise an Fanservice.

Und je weniger man darauf eingeht, wie oft das ganze noch mit Heteronormativität Hand in Hand geht, desto besser ist das auch am Ende.

Ist es also verwunderlich, dass sich manche gänzlich davon abwenden und mitunter aufgegeben haben nach etwas zu suchen, was sie denn repräsentiert? Selbst Anime wie Ranma 1/2, welche auf den ersten Blick bekannt sind, haben mehr als nur genug unangenehme Schattenseiten, wenn man als selbst betroffene Person ein wenig näher hinschaut.

Aber um all diese negativen Beispiele soll es gar nicht in diesem Gastbeitrag gehen – viel eher darum, wie sich trotz dieser Umstände doch das ein oder andere Beispiel finden lässt, welches Trans-Personen auch wirklich versteht. Die meisten Beispiele in diesem Kontext werden dabei Manga sein – vor allem daher, da sehr viel in diesem Bereich nie einen Anime bekommt.

Anime, oder auch: Die wenigen Sachen, die man auch in Bewegung erleben konnte

Wie bereits angedeutet, sollte man sich bei Anime einer Sache bereits von Anfang an bewusst sein: Trans-Charaktere zu haben, die ordentlich gehandhabt werden, ist selten. Es gibt Charaktere, bei denen angedeutet wird, dass sie trans sein könnten, und es gibt Fälle wo vielleicht mit guten Absichten ein solcher Charakter hineingeschrieben wurde, es aber irgendwo nach hinten losging. Wo fängt man dann nun eigentlich an, wenn man wirklich Repräsentation in Anime haben will?

Einen Lichtblick geben dabei zwei Anime im speziellen, einer welcher Transgender direkt thematisiert und sich darum dreht, ein weiterer welcher die Thematik so explizit nicht beim Namen nennt, aber wo der Hauptcharakter so stark als trans gekennzeichnet ist (noch stärker im zugehörigen Manga), dass es mehr oder weniger offiziell ist, nur nie direkt benannt.

Die Rede ist in diesem Fall von Wandering Son (original: Hourou Musuko) und Kashimashi: Girl Meets Girl.

Wann immer man sich explizit über Transgender in Anime und Manga schlau macht und dabei nach guten Dingen sucht, ist Wandering Son so ziemlich immer das Erste, worauf man stößt. Geschrieben und gezeichnet von einer Mangaka, welche sich vor allem auf LGBT spezialisiert, geht es im speziellen um zwei Kinder – Shuuichi Nitori, einem Trans-Mädchen, und Yoshino Takatsuki, einem Trans-Jungen. Der Anime deckt dabei den Mittelteil des Manga ab (die Zeit um die Pubertät herum), wodurch zum einen die Einleitung, zum anderen natürlich das Ende fehlt (der Manga war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen). Trotz dessen gibt es allerdings einen guten Einblick darüber, was genau beide so durchmachen, wie sie als Personen sind. Nitori und Takatsuki werden nie darauf reduziert, einfach trans zu sein – beide fühlen sich einfach wie normale Menschen an.

Nitori ist introvertiert, hat eher feminine Interessen wie das Backen, sie fängt im Laufe der Serie an sich für das Theater zu interessieren, kann sich aber auch an Dingen festbeißen anstatt schüchtern vor allem zurück zu schrecken. Takatsuki treibt gerne Sport, macht sehr schnell neue Freunde und kümmert sich eigentlich gar nicht so recht darum sich heraus zu putzen, Hauptsache es ist komfortabel für ihn. Beide werden wirklich als ganz normale Menschen gekennzeichnet, Kinder wie alle anderen, was etwas ist was ich sehr schätze – viel zu oft passiert es, dass Trans-Charaktere explizit darauf reduziert werden trans zu sein, ohne dass dann viel mehr mit ihnen gemacht wird.

Auch wird an beiden natürlich gezeigt welche Probleme es denn eigentlich so gibt, wenn man sich in diesem Alter bereits seiner Identität bewusst ist. Nitori hat Angst vor ihrer Pubertät, vor dem Stimmbruch. Takatsuki macht sich Sorgen, gerade wenn seine eigenen Hormone ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Gerade Nitori hat Angst davor nicht akzeptiert zu werden, obwohl sie sich zum Beispiel auch wünscht, einfach in der Mädchen-Uniform zur Schule gehen zu können.

Der Manga geht selbstverständlicherweise weit über das hinaus, was der Anime bietet, von Momenten wie der ersten Erkenntnis bis hin zu dem Zeitpunkt an welchem sich Nitori bewusst ist, dass sie auch wirklich die ganze Sache durchziehen will. Aber selbst wenn der Anime nur einen Bruchteil bietet, ist er auch für mich ein Paradebeispiel für gute Repräsentation – und daher auch ein Werk der Sorte, von welchem ich gerne mehr sehen würde (seid euch nur vor dem Schauen bewusst, dass sich manche der Kinder erwachsener verhalten als sie es eigentlich sind).

Kashimashi war für mich ein eher interessanterer Fall, da mir erst beim zweiten Ansehen der Trans-Kontext explizit ins Auge gesprungen ist. Hazumu wird eines Tages von einem Raumschiff erfasst und sein Körper zerstört – die Besatzung fühlt sich dazu verpflichtet, Hazumu wiederzubeleben und seinen Körper zu rekonstruieren – nur kommt er als Mädchen wieder zurück in die Welt. Hört sich auf den ersten Blick nach der Art von Anime an, welche diese ganze Situation für Comedy melken würde und die Hazumu als unfreiwilliges Mädchen hat, richtig?

Hazumu selbst wird allerdings so stark als Trans-Mädchen geschrieben, dass man schnell merkt: „Warte, da steckt wohl doch mehr dahinter!“. Sie fühlt sich sehr schnell in ihrem neuen Körper wohl, denn sie war schon vor dem Vorfall sehr feminin. Spätestens als sie zum ersten Mal mit ihren zwei Freundinnen für sich Kleidung kauft, da diese nun von Nöten war, wird sie unsicher, fragt sich ob sie denn wirklich ein Mädchen ist und dazugehört, weil sie im Gegensatz zu den anderen beiden keine Erfahrungen damit hat. Sie hätte keine Ahnung was Mädchen mögen, gerne tragen, sie redet sich ein sie wäre im Gegensatz zu ihnen ‚kein richtiges Mädchen‘. Warte, was?

Als Trans-Frau habe ich mich an diesem Punkt beim zweiten Schauen sofort angesprochen gefühlt, denn siehe da – diese Gedanken kamen mir doch viel bekannter vor als sie es eigentlich hätten sollen. Mit dieser plötzlichen Erkenntnis habe ich vorherige Szenen noch einmal aus der neuen Perspektive betrachtet, und tatsächlich – auch wenn es nie explizit als trans bezeichnet wird vom Cast, so fällt Hazumu direkt mit herein. Und Hazumu ist wirklich die Stärke des Anime für mich – Kashimashi versteht es einfach richtig, sich in ihren Kopf herein zu versetzen. Diese kleinen Selbstzweifel, aber auch diese große und immense Freude wenn sie sich langsam weiblicher präsentiert. Die Erkenntnis, dass trotz der Umstände die ganze Sache für Hazumu etwas positives ist, etwas was sie glücklich macht. Denn ganz ehrlich: So etwas gibt auch viel zu selten in Medien generell – das Darstellen in einem positiven Licht, dass es eben nicht immer nur Leiden ist, wenn man sich selbst als trans identifiziert. Das es auch mit Glücksgefühlen Hand in Hand gehen kann.

Wie sieht es dann nun in gedruckter Form aus?

Während Kashimashi und Wandering Son beide einen Anime bekommen haben, hat eben nicht jedes Werk so viel Glück. Viel wird nie bekannt, oder auch gar nicht erst übersetzt, wodurch man als westlicher Leser mitunter durchaus im Dunkeln sein kann, wenn es um weitere Titel geht. Glücklicherweise scheint sich dies vor allem in den letzten Jahren zu ändern, gerade da auch ein paar Werke explizit im Westen lizenziert werden.

Erwähnenswert ist dabei für mich insbesondere Shimanami Tasogare (im englischen als Our Dreams at Dusk lizenziert, im deutschen als Wer bist du zur blauen Stunde?), das Werk eines non-binary Mangaka, welches neben Homosexualität und Asexualität auch Transgender thematisiert – über Natsuyoshi Utsumi, einen Post-OP Trans-Mann, sowie Shuuji Misora, welcher sich selbst am liebsten wie ein Mädchen kleidet, aber die ganze Sache noch selbst aus eigener Unsicherheit erforscht um zu schauen, ob es wirklich das richtige ist.

Auch in diesem Fall stehen beide erneut für etwas, was ich einfach gerne öfter im Medium sehen möchte – Utsumi im Speziellen zeigt, dass man auch ein erreichbares Ziel hat, das man auch so als erwachsene Person glücklich sein kann und es nicht nur eine Phase ist. Utsumi fühlt sich dabei sehr wohl in seiner eigenen Haut, hat eine Gruppe gefunden die ihn so akzeptiert. Misora hingegen zeigt vor allem schön, was der Prozess der Selbstfindung eben doch mitunter sehr aufwändig ist. Misora scheint es genießen, sich als Mädchen zu präsentieren, hält die ganze Sache aber auch sehr privat, und reagiert auf Schubser von außen, einfach offener damit zu sein, auch sehr zurückgezogen.

Dies ist eine Sache, die ich ebenfalls an Shimanami Tasogare schätze – es zeigt auf dass nicht jede gut gemeinte Hilfe auch immer wirklich hilft, und dass man auch mitunter Zeit für sich selbst braucht, um alles auszusortieren. Misora wird an einem Punkt gedrängelt, einfach mal als Mädchen heraus zu gehen, bevor die Bereitschaft dazu vorhanden ist, etwas was nach hinten losgeht und von der entsprechenden Person nachhaltig bereut wird. Utsumi trifft auf eine alte Klassenkameradin welche ihn als Mädchen kennengelernt hat, und trifft in Gesprächen mehrere wunde Punkte aus Achtlosigkeit, obwohl sie denkt dass sie tolerant und offen ist. Der Manga redet solche Dinge nicht schön, zeigt aber auch auf dass sie existieren – und dass es sich die Zeit macht, den Leser auch darauf aufmerksam zu machen, schätze ich hier sehr.

Shimanami Tasogare ist dabei ein recht frischer Manga aus diesem Jahrzehnt, welcher ein gutes Beispiel dafür ist, was mittlerweile in diesem Bereich geschieht. Gerade in den letzten Jahren erscheinen vermehrt Werke, welche die Thematik auch endlich mit mehr Respekt präsentieren. Da wäre das momentan laufende Kanojo ni Naritai Kimi to Boku über ein Trans-Mädchen namens Akira, welche ihr Coming Out hatte, nun aber an der Schule auf das Unverständnis der Klasse stößt, und ihrer besten Freundin, welche um Akira zu unterstützen selbst damit anfängt, die Jungen-Uniform zu tragen (und dabei im Laufe des Manga nicht nur Sachen wie Identität verständnisvoll diskutiert, sondern auch andere Bereiche des LGBT ankratzt).

Es gibt Bokura no Hentai, einen Manga über drei Jugendlichen, welche sich aus verschiedenen Gründen als Mädchen kleiden, inklusive einem Trans-Mädchen welche später auch ihre Transition anfängt und ihr Coming Out hat (Vorsicht aber: Bokura no Hentai ist nicht immer angenehm zu lesen). Magical Trans, welches eher leichtherzig und auf Comedy fokussiert ist, aber ähnlich wie bei Hazumu in Kashimashi einfach aufzeigt, dass es eben nicht immer nur eine negative Erfahrung ist, da der Hauptcharakter Minami sehr enthusiastisch an die ganze Sache herangeht und viel mehr Gefallen daran findet als erwartet.  

Aufmerksame Leser werden hierbei eine Sache bemerken: Mit Ausnahme von Utsumi aus Shimanami Tasogare und Takatsuki aus Wandering Son sind die meisten Fälle die man im Medium findet Trans-Frauen bzw. Trans-Mädchen, während das Gegenstück selbst noch eher unterrepräsentiert ist. Anime und Manga besitzen in dieser Kategorie auch jetzt noch Nachholbedarf, aber wer weiß? Mit dem Aufwärtstrend, welcher in den letzten Jahren zu erkennen ist, lässt sich vielleicht auch in den kommenden Jahren hier mehr finden.

Woher, wenn nicht gleich von der Quelle?

Shimanami Tasogare ist nicht nur deswegen interessant, weil es so viele Bereiche des LGBT-Spektrums auf einmal abdeckt – sondern eben auch, weil der Mangaka selbst mit hineinfällt und daher eigene Erfahrungen einbringen kann. Daher stellt sich doch auch die Frage – ja, kann man denn mehr von Leuten finden, die explizit über ihre eigenen Erfahrungen schreiben?

Im Rahmen von ein paar Recherchen ist mir irgendwann aufgefallen, dass manche Mangaka auch autobiographische Werke schreiben, wenn sie der Meinung wären sie hätten etwas zu erzählen, oder wenn sie bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hatten. Gerade in den letzten Jahren hatte dabei ein Manga Aufmerksamkeit erlangt, welcher ebenfalls aus dem LGBT-Spektrum kam – My Lesbian Experience With Loneliness. Der Gedanke kam auf – gibt es vielleicht so etwas auch von einem Mangaka, der trans ist? Denn schließlich wäre nichts bessere Repräsentation als so etwas.

Im Laufe dieser Suche bin ich dabei über The Bride was a Boy gestoßen, einem Manga in einem eher niedlich gehaltenen Zeichenstil, welcher die soziale Transition der Mangaka Chii demonstriert – wie sie mitbekommen hat dass sie eben trans ist, wie sie angefangen hat sich als Frau zu präsentieren, ihren Mann kennengelernt hat und später geheiratet hat. Schnell habe ich mitbekommen dass es gerade auch so verfasst wurde, dass eben auch Leute die nicht über die Thematik Bescheid wissen verstehen können, warum Dinge so sind – Chii nimmt sich am Ende von jedem Kapitel ein paar Seiten, um Sachverhalte, Fachbegriffe und ähnliches zu erklären und ihre eigene Perspektive dazu einzubringen, sowie zu erklären wie es gerade in ihrem Herkunftsland Japan gesetzlich diesbezüglich aussieht. Das hat den Manga sehr erfrischend gemacht, fast schon wie ein unterhaltsam gehaltenes Lehrbuch – informativ, respektsvoll, und trotzdem noch angenehm zu lesen für eben jene, welche schon in der Materie drin sind.

Auf der Gegenseite gibt es aber auch Umareru Seibetsu wo Machigaeta! zu erwähnen (übersetzt: I was born the wrong sex!), welcher statt dem sozialen Prozess eher die medizinische Seite darstellt und erklärt – also im speziellen SRS (sexual realignment surgery), was von Leuten ohne Bezug zur Materie oftmals „die OP“ genannt wird. Das ist eher Material für diejenigen Leute, die eben schon tiefer in der Materie drin stecken und einen eigenen Erfahrungsbericht dazu lesen wollen, da explizit vom Mangaka darüber geschrieben wird, wie ihr diesbezüglicher Ausflug nach Thailand verlief. Es wird durch eine Prise Humor aufgelockert, damit es nie zu trocken wird und auch Leute die nicht viel vom Thema wissen etwas davon haben. Letzten Endes ist es aber auch etwas, was zusammen mit The Bride was a Boy gerne öfter auftauchen kann, die Tatsache dass es das trans sein anschaulicher und greifbarer macht, dass man eine bessere Vorstellung davon bekommen kann und damit selbst einen Eindruck bekommt.

Fazit

Das ist jetzt natürlich nur ein auszugsweiser Einblick in die Sachen von denen ich der Meinung bin, dass sie das ganze gut repräsentieren, und dass ich gerne mehr davon habe möchte. Die eigentlichen Werke gehen natürlich tiefer als das, was ich beschrieben habe, und es gibt auch noch einige andere Werke, gerade One-Shots, die hier nicht von mir erwähnt wurden aber von denen ich dennoch der Meinung bin, sie wären eine positive Überraschung. Ich persönlich bin definitiv erfreut darüber, dass das Thema langsam ein wenig präsenter zu sein scheint, auch wenn ich mir natürlich schon gewünscht hätte, solche Dinge wären schon viel früher normal gewesen. Bis es normal wird, ist immer noch einiges an Arbeit zu leisten, aber es ist auf einem guten Weg, was mich persönlich freut.

Daher, mein abschließendes, persönliches kleines Fazit? Es ist selbstverständlich schade, dass sich gerade bei den bekannten Anime und Manga nach wie vor noch einige Stereotypen hartnäckig halten und diese vermutlich auch nicht so schnell verschwinden werden. Gerade wenn es aber um Werke geht die sich auf die Thematik spezialisiert haben, bin ich persönlich sehr erfreut darüber dass sie sowohl vom Tiefgang als auch von der Menge her besser werden – und es sich auch schon für ein paar Jahre so hält. Als eine Person die selbst trans ist, konnte ich gerade in Nitori und Hazumu zwei Identifikationsfiguren finden, die ich gegen nichts eintauschen würde – und wer weiß, vielleicht stößt ein Leser durch die hier angesprochenen Titel selbst auf einen Charakter, durch den sie sich selbst repräsentiert fühlen? Die Erkenntnis dass ich trans bin, ist mir eine wichtige, eine die geholfen hat mich zu der Person zu machen die ich heute bin – insofern bin ich froh und stolz darüber, dass es auch in den Medien die ich konsumiere damit bergauf geht. Und das ist schließlich das Wichtigste, oder?


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