Empfehlungen: 5 großartige SciFi-Anime

Der diesmonatliche Anime wird einmal etwas anderes werden. Denn diesen Monat möchte ich nicht über eine Serie reden, sondern fünf recht unbekannte SciFi Anime empfehlen. Vielleicht findet der ein oder andere darunter ja etwas, das er oder sie gerne schauen würde und diese Serien finden ein wenig mehr Beachtung.

Basquash!

Fange wir mit der unbekanntesten Serie und gleichzeitig meinem Liebling aus dieser Liste an: Basquash! Ja, das Konzept dieser Serie klingt albern und hat sicher viele abgeschreckt, doch glaubt mir, wenn ich eins sage: Es funktioniert. Es funktioniert so unglaublich gut!

Worum geht es?

Nun, um den Planeten Earth Dash und seinen Mond. In dieser Welt sind die reichen Menschen auf den Mond ausgewandert, der Rest lebt weiterhin auf der Erde. Was die Bewohner der Erde allerdings lieben: Bigfoot Basketball. Das heißt Basketball, der von Bigfoots, riesigen Mechas gespielt wird. Nicht so Dan JD, der Protagonist. Seit seine Schwester, die eine begabte Basketball-Spielerin war, seit einem Unfall mit einem Bigfoot im Rollstuhl sitzt, sieht er basketballspielende Bigfoots als Beleidigung … Doch dann kommt seine Kindheitsfreundin Miyuki vom Mond zurück – und bringt ihm bei, Bigfoot Basketball zu spielen. Dan aber spielt anders, als die bisherigen Spieler. Und so revolutioniert er den Sport. „Basquash“ ist geboren. Gerade früh genug, um eine Katastrophe zu verhindern …

Wie gesagt: Das Konzept von basketballspielenden Mechas klingt sehr seltsam, doch die Serie funktioniert. Sie ist spannend, macht gute Laune, hat einen großartigen Soundtrack und die geilsten Openings, die ich kenne. Die Charaktere sind durchweg sympathisch und der Cast für Anime-Verhältnisse erstaunlich divers. Wir sehen verschiedene Hautfarben, wir sehen zumindest Andeutungen von LGB. Wir sehen verdammt gute und diverse weibliche Figuren, die eigene Ziele und Wünsche haben – und selbstbestimmt mit ihrer Sexualität umgehen.

Es sei dazu gesagt: Ja, dabei gibt es ein paar Mal einigen Fanservice, doch fällt es hier leichter darüber hinweg zu sehen, da die weiblichen Charaktere gut und einiges des Fanservice zum Charakter passt.

Außerdem hat diese Show meine liebste Dekonstruktion des „Chosen One“ Tropes. Jedenfalls von denen, die ich kenne.

Dennou Coil

Gehen wir zu einer Serie über, bei der es mir ein Rätsel ist, warum sie in Deutschland so unbekannt ist. Sie ist immerhin von Studio Madhouse, dass allgemein recht beliebt ist. Dennoch hat ausgerechnet diese Serie wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Worum geht es?

Yuko zieht mit ihrer Schwester und ihren Eltern nach Daikoku, wo ihr Vater in genau der Firma arbeiten soll, die für die fortschreitende Virtualisierung der Welt verantwortlich ist. Denn seit 25 Jahren ist Augmented Reality soweit, dass es weitgehend genutzt wird. Kinder, wie Yuko und ihre Schwester sind mit Cyberbrillen aufgewachsen. Doch diese Yuko, die bald nur noch Yasako gerufen wird, ist nicht die einzige Yuko. Auch „Isako“ zieht zur selben Zeit in die Stadt. Isako, die auf die Suche nach ihrem Bruder und den anderen Kindern, die in die mysteriöse „Cyberwelt“ verschwunden sind, ist. Bald schon ermitteln die Kinder und versuchen des Rätsels Lösung zu finden.

Dennou Coil ist ein wunderbarer Low Post-Cyberpunk Anime mit unglaublich dichter Atmosphäre. Der Anime ist ausgezeichnet darin, sein Mystery aufzubauen und langsam zu lösen. Vor allem aber schafft die Serie es, einen guten Einblick darein zu geben, wie es ist als Kind in dieser digitalisierten Welt aufzuwachsen. Auch der Generationsunterschied ist sehr schön herausgearbeitet.

Auch diese Serie hat einen wundervollen Soundtrack und ebenso wunderbare Charaktere. Und ganz nebenbei haben wir eine sehr deutliche Codierung von Yasako und Isako, die vor allem in der zweiten Hälfte deutlich herüberkommt.

Bodacious Space Pirates

Kommen wir zu einem anderen Anime von den Machern von Basquash! Diese Serie kann ich übrigens auch an Sailor Moon empfehlen. Ein Stichwort: Lesbian Space Pirates!

Worum geht es?

Marika ist eine ausgezeichnete Pilotin von Raumschiffen. An ihrer Schule ist sie Mitglied des Raumschiff-Clubs. Nicht gänzlich durch Zufall, wie sie bald erfährt. Denn ihr Vater war der legendäre Weltall-Pirat Gonzaemon, der vor kurzem verstarb. Als sein einziges Kind soll sie seine Nachfolge antreten. Allerdings ist sie nicht der einzige Nachfahre eines berühmten Weltall-Piraten. Da ist auch noch Chiaki, ein mysteriöses Mädchen, das ihre Rivalin näher kennenlernen möchte.

Ihr wollt Weltall-Piraten? Ihr wollt eine Vielzahl diverser interessanter weiblicher Figuren? Ihr wollt eine vielleicht nicht offene, aber angedeutete lesbische Romanze? Ihr wollt „Tongue in Cheek“ Referenzen auf Sailor Moon? Dann ist das der Anime für euch! Muss ich wirklich noch viel mehr dazu sagen?

Generell: Der Weltenbau ist großartig, die Figuren sympathisch und der Humor verdammt gut. Marika ist eine tolle Protagonistin und ich habe es generell genossen, diese Show zu schauen.

Noein

Als nächstes ein High Concept SciFi-Anime. Lasst euch von den teilweise niedlichen Grafiken und den jungen Protagonisten nicht täuschen.

Worum geht es?

Verschiedene Zeitlinien sind mehr als nur Zeit, sie sind räumlich getrennte Dimensionen. Zwei von ihnen – La’cryma und Shangri-La – sind in einen bitteren Krieg verstrickt. Doch beide Welten existieren in der Zukunft. Dennoch werden die 12jährige Haruka und ihr Freund Yu in den Konflikt hineingestoßen, als sie von La’cryma Soldaten aus der in 15 Jahren liegenden Zukunft angegriffen werden. Denn La’cryma glaubt Haruka als eine der Topsoldatinnen Shangri-Las zu erkennen und hofft dadurch, sie zu eliminieren, den Krieg zu verhindern.

Wie gesagt: Noein ist High Concept. Es ist einer dieser seltsamen SciFi Anime, die beinahe ein fantastisches Gefühl mit sich bringen. Im Kern der Geschichte liegt jedoch die Beziehung zwischen Haruka, Yu und ihren zukünftigen Iterationen. Neben dem emotionalen Kern ist vor allem die technische und visuelle Ebene des Anime zu loben: Er sieht großartig aus!

Eine Warnung allerdings: Depressionen und Kindesmisshandlung spielen in dieser Serie eine Rolle und können in ihrer Darstellung teilweise sehr nahe gehen.

TIGER & BUNNY

Okay, das war deprimierend. Jetzt vielleicht eine Serie, die etwas lockerer daher kommt. Wahrscheinlich die Serie aus der Liste, die am ehesten bekannt ist – nicht zuletzt, da sie ein wenig wie die japanische Antwort auf X-Men wirkt.

Worum geht es?

Vor einigen Jahren begannen die ersten Menschen Superkräfte zu entwickeln. Diese Menschen nannte man NEXT und für lange Zeit hatte die Gesellschaft Angst vor ihnen. Dann aber ging eine Reality-Show, die vom Leben der NEXT als Superhelden berichtete. Inklusive Werbedeals für diese Helden. Einer von ihnen ist Kotetsu – Superheldenname: Wild Tiger. Seine Fähigkeit ist es für kurze Zeit seine Kraft und Geschwindigkeit zu erhöhen. Allerdings ist er auf dem absteigenden Ast. Obwohl er nichts mehr will, als seine Tochter, die bei seiner Mutter lebt, zu beeindrucken, steht er kurz vor dem Ende seiner Karriere. Da hat der Produzent der Show eine Idee: Als ein neuer Held sich zur Serie gesellt, der dasselbe Kräfteset wie Kotetsu hat, macht er die beiden zum ersten Superhelden Duo. Kotetsu und Barnaby. Tiger und Bunny. Nur sind die beiden Helden wenig davon begeistert …

Als Fan der X-Men hatte diese Serie bei mir von Anfang an gute Chancen. Zumal ein weiterer Bonuspunkt war, dass es ein Anime ist, bei dem die Protagonisten länger schon den Teenager-Jahren entwachsen sind. Besonders schön fand ich es einen Protagonisten zu haben, der bereits Vater ist – von einem Kind, keinem Baby. Das war einmal etwas anderes. Etwas, das ich gerne häufiger sehen würde. Daumen hoch dafür.

Es sei außerdem dazu gesagt, dass die Serie durch ein (pseudo)amerikanisches Setting recht divers ist. Während die anderen genannten Serien Queercoding nutzen, gibt es hier explizit queere Figuren, sowie explizit Figuren unterschiedlicher Hautfarben und Abstammungen. Es sei leider aber auch im selben Atemzug gesagt, dass die Qualität der Umsetzung von diesen von Fall zu Fall variiert. Ein paar sind sehr üble Klischees. Dennoch habe ich allein den Faktor, dass es explizite Repräsentation gab genossen.

Das war es für diesen Beitrag. Wenn euch das Format gefällt, lasst es mich wissen. Eventuell mache ich noch andere Empfehlungsrunden zu anderen Genre!

Das Beitragsbild wurde von Ann Larie Valentine aufgenommen und steht unter der CC2.0 Lizenz (Share Alike). Für die Veröffentlichung hier wurde es zugeschnitten.