Buchvorstellung: Die Wayfarer’s Serie

Heute gibt es, im Rahmen des Pride Month, wieder einmal einen Gastartikel. Dieses Mal ist es eine Buchvorstellung von November. Viel Spaß damit.

Ich möchte heute, passend zum Pride Month, meine Lieblingsbuchreihe vorstellen: Die Wayfarer’s Serie von Becky Chambers. 

Was mich an der Reihe so begeistert, ist die Diversität. Die Autorin selbst ist mit einer Frau zusammen. Durch ihre eigenen Erfahrungen wollte sie eine Buchreihe schreiben, die divers ist. Und zwar wirklich: Alleine im ersten Band der Reihe (Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten) haben wir eine Raumschiffcrew, die verschiedene Geschlechter, Sexualitäten, Hautfarben und Spezies hat. 

Die Hauptfigur ist Rosemary Harper, ihre Haut wird als kupferfarben bezeichnet. Sie ist pansexuel und kommt im Laufe des Buches mit einer anderen Person der Wayfarer zusammen. 

Die Nebenfiguren sind:

  • Der Captain der Wayfarer, Ashby. Er wird als ein Mensch mit  bernsteinfarbener Haut beschrieben. Später im Buch erfahren wir, dass er mit einem menschenähnlichen Alien zusammen ist. 
  • Sissix, die Pilotin der Wayfarer. Sie ist eine Aandrisk,eine Art Alien. Sie beginnt später eine sexuelle Beziehung mit Rosemary. 
  • Kizzy, die Mechtech der Wayfarer. Sie ist ein Mensch mit  olivenfarbener Haut und schwarzen Haaren. Sie ist sehr gut befreundet mit Jenks. 
  • Der zweite Mechtech der Wayfarer ist Jenks. Er ist kleiner als ein normaler Mensch und hat kuperfarbene Haut, die mit vielen Tattoos und Piercings geschmückt ist. Er hat eine romantische Beziehung mit der KI der Wayfarer. 
  • Corbin ist der Algeist der Wayfarer und am Anfang ziemlich unbeliebt bei der Crew, da er Sissix desöfteren rassistisch beleidigt. Da er auf dem Saturn aufgewachsen ist, ist seine Haut hellpink. 
  • Dr. Koch ist der Koch und gleichzeitig Arzt der Wayfarer. Er ist einer der letzten seiner Art. Außerdem ist er ein Grum, ebenfalls ein Alien. Seine Art wechselt das Geschlecht, er war früher weiblich. 
  • Ohan ist ein Sianatpaar, eine Alienrasse, die sich mit dem Flug durch Raum und Zeit bestens auskennt. 

Im weiteren Verlauf der Geschichte lernen wir noch weitere Charaktere kennen. Besonders freue ich mich, dass auch einige genderfluide Charaktere dabei sind. Außerdem werden besonders im ersten Buch, sehr oft Neopronomen benutzt. 

Dieses Buch könnte eins guten Gewissens als schöne Zukunftsvision bezeichnen. Ich habe mich unglaublich gefreut, als ich den ersten Band gefunden habe, denn solche Bücher bedeuten mir wirklich sehr viel. 

Kommen wir zum zweiten Band. Dieser Band spielt, obwohl er zur Wayfarer Reihe gehört, nicht direkt auf dem Schiff. Vielmehr geht es dabei um Lovelace, die KI der Wayfarer. Die wurde bei einem Angriff schwer beschädigt und wurde daher in einen synthetischen Körper transferiert. Dieses Buch befasst sich mit Lovelaces Erlebnissen direkt danach. 

Die Hauptfigur hier ist Lovelace, die sich direkt am Anfang des Buches in Sidra umbenennt. Die Tatsache, dass der Name von ihrer Begleiterin, Pepper, direkt angenommen wird, finde ich ein weiteres fantastisches Erlebnis. Allgemein wird hier mit Namen sehr viel lockerer umgegangen. Jedes Lebewesen darf sich seinen eigenen Namen aussuchen und wird dementsprechend so angesprochen. 

Die Hälfte des Buches befasst sich mit Sidra und ihren Erlebnissen, während die andere Hälfte erklärt, wie Pepper, zu der ist, die sie heute wurde. Außerdem lernen wir in diesem Buch Blue kennen. Dieser ist Peppers Partner. Er stottert, besonders wenn er gestresst ist, was mich gleich noch ein bisschen mehr für ihn begeistert. 

Die Figur, über die ich die ganze Zeit reden wollte, ist Tak, ein Äluoner. Xe ist Tak’s bevorzugtes Pronomen, was ausnahmslos alle Charaktere auch benutzen. Das finde ich wirklich klasse. Im Deutschen wurde “xe” übrigens mit “ser” übersetzt. Da es letztens erst eine Diskussion über Neopronomen in der deutschen Übersetzung gab, finde ich diese Tatsache auch wirklich gut. 

Zu dem dritten Band kann ich leider nicht wirklich etwas sagen, da ich das Buch leider noch nicht gelesen habe. Aber von dem, was ich in den vorherigen Bänden gelernt habe, kann ich mir vorstellen, dass auch der dritte Band sehr divers ist. 

Dann sei hier noch die Kurzgeschichte “To be taught if fortunate” zu erwähnen. Diese hat mit der Wayfarers Reihe nicht zu tun. Jedoch ist ebenfalls divers. Drei Charaktere dieses Buches haben eine Polyamore Beziehung miteinander, ein Charakter ist ein Asperger Autist und ein anderer Charakter ist Asexuell.

Dieses Buch ist etwa 170 Seiten lang und bisher nur auf Englisch käuflich zu erwerben. Es lohnt sich aber wirklich, auch dieses Buch zu lesen.

Was mich daran so begeistert, ist auch, dass die Queerness dieser Charaktere niemals im Vordergrund steht, es ist subtil und eins kann eigene Schlussfolgerungen ziehen. 

Ich empfehle diese Buchreihe uneingeschränkt, jeder Person, welche gern liest. Es ist sehr optimische SciFi und ich finde, davon gibt es noch viel zu wenig. 

Außerdem schreibt die Autorin gerade an einem vierten Band der Reihe. Nebenbei hat sie noch zwei Bände, die im Genre Solarpunk spielen, angekündigt.