Queerness in Mosaik

Weil es Pride Month ist, möchte ich ein wenig über Pride und LGBTQ* Repräsentation in meinen, beziehungsweise unseren Geschichten, also den Geschichten von Seki und mir, sprechen. Oder viel eher: Ich möchte ein wenig über unsere Charaktere, ihre Eigenheiten und ihre Beziehung zur Sexualität sprechen. Heute fange ich mit Mosaik an, werde aber in den nächsten Wochen auch noch ein wenig über ein paar andere Geschichten sprechen.

Einführung: Was ist Mosaik?

Vielleicht zum Anfang kurz ein paar Worte über das Projekt: Mosaik ist eine Webserie in geschriebener Form und gehört vornehmlich den Genre Urban Fantasy und Thriller an. „Webserie“ heißt, dass es sich nicht um einen Roman handelt, sondern um eine wirklich seriell aufgebaute Geschichte in vier Phasen oder Staffeln, wenn man so möchte.

Worum es geht?
Vor sieben Jahren ist Joanne gestorben, jedenfalls sagen das die Unterlagen der US-Marine. Doch wie einige Spezialisten versichern euch versichern können: Es gibt keine Unterlagen, die sich nicht fälschen lassen. Und so lebt Joanne unter dem Decknamen Pakhet in Kapstadt, arbeitet als Söldnerin für einen gewissen Michael Forrester – wenngleich Pakhet den Namen „Arschloch“ bevorzugt. Sie traut ihm nicht und doch kann sie ihm nicht den Rücken zukehren, da er Dinge über sie weiß, die niemand erfahren darf …

Die Geschichte ist kostenlos auf Wattpad und Animexx verfügbar. Sobald Staffel 1, „Maschinen“, abgeschlossen ist, werde ich sie auch als Epub zur Verfügung stellen. Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten, damit man sie in Kaffeepausen und während man auf dem Bus wartet, lesen kann.

Joanne, aka Pakhet

Fangen wir mit der Sexualität der Protagonistin der Geschichte an. Eigentlich witzele ich immer, dass Joanne von all meinen selbstgeschriebenen Charakteren der heterosexuellste ist. Allerdings ist selbst sie nicht komplett hetero.

Joanne ist US-Amerikanerin und hat, wie angedeutet, Verbindungen zur US-Armee. Sie hat acht Jahre vor Beginn der Geschichte ihren linken Arm verloren – doch wie, verrate ich nicht, da es eins ihrer Charaktergeheimnisse ist. Dazu hat sie eine komplizierte Beziehung. Während sie sexuell sehr offen ist, verschleiert sie ihre Prothese mit der Hilfe von Magie und reagiert durchaus empfindlich, wenn jemand den Zauber durchschaut.

Sexuell aktiv ist sie meistens im Sinne von One-Night-Stands. Bevorzugt mit Touristen oder Geschäftsreisenden, die sie nicht wiedersehen muss. Eine Beziehung hatte sie zuletzt als sie noch zur Schule ging. Was eben der „nicht so ganz“ heteroaspekt ist. Sie ist zumindest demiromantisch und fühlt sich normalerweise nicht romantisch von irgendwem angezogen. Zwar hat sie später in der Geschichte eine Beziehung – allerdings ist sie selbst da nie sicher, inwieweit sie ihre Gefühle als „romantisch“ bezeichnen würde. Doch zumindest ist es jemand, dem sie vertraut.

Joachim, aka Doctor Heidenstein

Kommen wir zum definitiv heterosexuellsten Charakter dieser Geschichte. (Und bezogen auf den Satz von vorher: Es ist so gesehen Sekis Charakter, nicht meiner.) Den guten Doctor, über dessen Sexualität es wenig zu sagen gibt. Er ist heterosexuell, heteroromantisch, cis, weiß und sich der damit verbundenen Privilegien oftmals nicht bewusst, was dazu führt, dass er manchmal Leuten auf die sprichwörtlichen Füße trampelt, ohne es zu wollen.

Er ist Brite, stammt aus einer Familie hermetischer Magier und ist im Sinne der hermetischen Kultur sehr traditionell erzogen worden. Er ist außerdem ein absoluter Romantiker, der im absoluten Gegenteil zu Joanne nie einfach ohne Gefühle mit jemanden schlafen würde. Seine letzte Beziehung ist zwei Jahre vor Beginn der Geschichte in die Brüche gegangen und daheim sitzen Mutter, Großeltern und Tanten und fragen, wann er denn mit der – uhum – Fortpflanzung beginnen will.

Allerdings muss man ihm immerhin eins lassen: Als Mediziner weiß er zumindest, was die Klit ist und wofür die gut ist. Yay.

Murphy, aka Murphy

Murphy ist derweil der wohl queerste Charakter in diesem Team. Murphy ist als Straßenkind aufgewachsen und hat eine recht besondere Fähigkeit: Er kann seine Gestalt frei verändern. Und ja, dabei nutzt er oftmals die Gestalt, die ihm das Leben am leichtesten macht – und nutzt die meiste Zeit männliche Pronomen. Allerdings ist Murphys Geschlecht in mehr als einer Hinsicht vollkommen fluide. Dabei nutzt si*er allerdings kein neutrales Pronomen, sondern wechselt das Pronomen je nachdem. Obwohl si*er den Körper anpassen kann, ist si*er auch recht unsicher darüber, wie andere reagieren, weshalb si*er nicht wirklich out ist.

Auch, was ihre*seine sexuellen Vorlieben angeht, ist die Kurzfassung: Es gibt nichts, was si*er nicht einmal ausprobieren würde. Si*er identifiziert sich als pansexuell, wobei ihr*m eigentlich das Label relativ egal ist. Zwar hat si*er relativ früh eine Beziehung in der Geschichte – allerdings ist dies eine offene Beziehung, die sich später auch zu einem Polycule entwickelt.

Andzisa, aka Alice

Ein guter Punkt über Alice zu sprechen – Murphys „Freundin“, die auf diese Anführungszeichen besteht. Sie ist cis weiblich. Aufgrund ihres Hintergrunds hat sie mit diversen Aspekten in ihrem Leben Probleme. Sie ist von allen Charakteren (auf Heldenseite) fraglos diejenige, die Joanne gegenüber am misstrauischsten ist. Da auch sie ein großes Geheimnis hat, hat sie teilweise Probleme sich anderen gegenüber zu öffnen.

Alice ist ebenfalls pansexuell und darüber auch relativ offen. Sie trägt durchaus öfter Pride Farben – manchmal auch in den Haaren. Gleichzeitig hat sie allerdings auch ein kompliziertes Verhältnis zu ihrer Sexualität und entdeckt sich selbst in der Hinsicht noch. Denn ja, auch wenn sie sich sehr erwachsen gibt und tatsächlich sehr erwachsen für ihr Alter ist und sein muss, ist sie halt immer noch ein Teenager.

Matimba, aka Maximilian, aka Crash

Kommen wir zu einem Charakter, der sich seiner Sexualität nicht so sicher ist. Crash, der große Bruder Alice und wahrscheinlich bester Freund von Joanne. Jedenfalls die Person, die mit ihr am ehesten auf einer Wellenlänge ist. Denn bisher hatte er in seinem Leben kaum Zeit, sich Gedanken über so etwas zu machen. Ja, bevor seine Familie starb hatte er auf der Schule mal eine Beziehung. Aber das war so eine unschuldige Teenie-Beziehung und … so viel weiß er noch nicht, was er darüber denkt.

Wahrscheinlich landet Crash irgendwo im asexuellen Spektrum (denn ja, Asexualität ist ein Spektrum), allerdings durchaus mit romantischer Veranlagung. Allerdings hat er soweit, seit er genug Zeit dafür hätte, niemanden gefunden, den er daten würde. Ob er hetero- oder biromantisch ist, weiß er ebenfalls noch nicht. Nachdem er sich einmal daran gewöhnt hat, dass er in einer ziemlich queeren Gruppe unterwegs ist, hat er sich allerdings ziemlich daran gewöhnt, dass auch mal ein Mann ihn anflirtet, kommt er damit auf jeden Fall klar.

Robert, einfach nur Robert

Kommen wir zu einem Charakter, der sich eher im Hintergrund der Story befindet, aber eine recht große Bedeutung für Joanne hat. Ihren Kindheits- und Jugenfreund Robert. Robert ist Mechaniker und kennt Joanne aus dem Karate-Verein, in dem sie als Jugendliche gemeinsam waren. Er hat die Werkstatt seines Vaters (der noch lebt, aber im Ruhestand ist) geerbt.

Robert ist schwul, hatte aber seit ewigen Zeiten keine Beziehung. Er verliebt sich immer mal wieder, traut sich aber aus Angst vor ablehnendem Verhalten nie, es irgendwie zu versuchen. Deswegen schwärmt er heimlich und sieht sich dann bestätigt, wenn er den Angebeteten mit einer Frau sieht. Während er gegenüber Freunden und Familie out ist, gilt das nicht allgemein. Auf der Arbeit hält er seine Sexualität geheim. Nicht zuletzt auch, da er als Kind recht viel gemobbt wurde.

Jaques, aka Jack

Jack ist wahrscheinlich der wichtigste Charakter, der in Staffel 2 „Menschen“ mit hineinkommt. Teilweise auch aufgrund von ein paar Dingen, die er nicht weiß und die erst im letzten Abschnitt der Geschichte, „Götter“, erklärt werden. Insofern werde ich dahingehend nicht viel Spoilern. Jacks erster Auftritt in der Geschichte ist als aufmüpfiger Macho, der Pakhet auf nervigste Art anflirtet. Und anflirten, das macht er gerne. Bei jedem. Und viel. Und ja, er ist definitiv bisexuell und von allen Charakteren wohl derjenige, mit am meisten Bezug zur queeren Szene der Stadt.

Jack ist jedoch erneut jemand, der vor allem nach einer Sache sucht: Einer festen Beziehung. Zu irgendwem. Und damit tut er sich schwer, weil er, wie so viele Charaktere in dieser Geschichte echte Probleme hat Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen. Denn ja, auch er ist ein Söldner, wobei er zu den „legalen Söldnern“ gehört, die vorrangig mit der Polizei arbeiten. Und er hat eine Menge Scheiße durchmachen müssen.

Allerdings trifft er irgendwann auf Robert …

Makoto, aka Hazel

Kommen wir zu unserem Mauerblümchen. Hazel. Eine Hackerin, die ebenfalls für Michael arbeitet und ab und zu mit Pakhet kooperiert. Sie hat es perfektioniert, keinerlei Ausstrahlung zu haben. So wenig Ausstrahlung, dass meistens die Menschen nicht bemerken, dass sie im Raum ist. Vorrangig hat sie dies allerdings so perfektioniert, weil sie enorm introvertiert ist und abseits ihrer Fähigkeiten im IT-Bereich auch praktisch kein Selbstbewusstsein hat. Das geht bei ihr soweit, dass sie wirklich darunter leidet. Sie ist außerdem zwar vier, fast fünf Jahre älter als Alice, sechs Jahre älter als Murphy, hat aber nicht die geistige Reife der beiden. Vorrangig weil sie halt bei ihrer Familie immer klein gehalten wurden. (Ja, sie hatte eine Familie und der Vater hat sie psychisch missbraucht.)

Was deswegen auch niemand so wirklich mitbekommt, ist, dass Hazel bisexuell ist – wobei sie den Großteil ihres bisher nicht so langen Lebens im Closet verbracht hat. Da sie aber so introvertiert ist, schafft sie es nie, das zum Ausdruck zu bringen. Etwas, das einige Situationen noch komplizierter macht.

Sie bekommt übrigens später einen magischen Therapiehund. Einen magischen Therapiehund, der selbst entscheidet, dass Hazel sein Mensch ist und er alles dafür geben wird, dass es ihr besser geht.

Lesedi

Kommen wir zu einem Charakter, der sehr spät erst in der Geschichte auftaucht und ebenfalls zumindest einen Teil des Lebens auf der Straße verbracht hat: Lesedi. Ihre Hauptrolle in der Geschichte werde ich noch nicht verraten, da es mit einem massiven Spoiler verbunden wäre, sehr wohl aber kann ich über ihre Sexualität sprechen und ein wenig über sie allgemein.

Anders als Murphy, dafür ähnlich wie Alice, ist Lesedi nicht auf der Straße aufgewachsen, ist jedoch in ihrer frühen Jugend aufgrund von Umständen dort gelandet. Sie identifiziert sich nicht wirklich mit einem Label, hat jedoch Sex mit Männern, wie mit Frauen, während sie bisher wenige Erfahrungen mit ernsthaften Beziehungen hat.

Sie endet am Ende auch in einem Polycule.


Die Charakterbilder in diesem Beitrag wurden als Auftragsarbeit erstellt. Seit der Zeichner nicht mehr auf Twitter angemdeldet ist, finde ich auch den DevArt Account nicht wieder. Also einfach bei mir melden!