Kurzreview: Detective Pikachu

Heute, ein untypisches Hochladedatum für mich. Ich habe es jedoch versprochen, ein Kurzreview zu Detective Pikachu zu schreiben. Also kommt ein kleines Kurzreview.

Worum geht es?

Tim ist bald 21 und arbeitet als Versicherungskaufmann, als er einen Anruf aus Ryme City bekommt. Sein Vater sei in einem Autounfall verunglückt. Er soll für einige Formalien in die Großstadt kommen. Als er die Wohnung seines Vaters ausräumen will, findet er ein Pikachu. Was jedoch nicht das Seltsamste ist. Denn: Dieses Pikachu spricht. Jedenfalls kann Tim es verstehen. Mehr noch: Das Pikachu ist überzeugt, dass Tims Vater Harry noch lebt. Und so macht sich Tim missmutig auf die Suche nach seinem entfremdeten Vater.

Wie ist der Film?

Süß, herzlich, aber vorhersehbar. Wenn ihr halbwegs Genresavvy seid, wird euch in diesem Film keinerlei Plotentwicklung überraschen. Es ist halt alles sehr formularisch, wenn es um das zentrale Mysterium geht. Auch, wer der Bösewicht ist, sollte jedem klar sein, sobald man den Charakter sieht. Insofern: Es ist dahingehend nichts neues. Allerdings bin ich darüber nicht überrascht. Es ist ein Kinderfilm und es ist ein Film, der dazu dient, dem normalen Publikum das Konzept eines Pokémon Realfilms nahe zu bringen.

Dennoch hat der Film unglaublich viel Herz, einen wunderbaren Humor und verflucht, die Pokémon sind einfach nur knuffig in der Grafik. Die Bindung zwischen ihm und Tim ist ebenfalls gut herübergekommen. Generell war Tim ein sympathischer Charakter. Sympathisch war auch Lucy – selbst wenn ich mir bei ihr mehr Ausarbeitung gewünscht hätte.

Technisches

Wie üblich bei mir: Reden wir kurz über die technischen Aspekte. Ich war überrascht, dass der Film farblich sehr entsättigt war. Ich war, da Pokémon diese Ästhetik in Anime, Manga und Spielen mittlerweile standardmäßig nutzt von einer bunteren Welt ausgegangen. Doch stattdessen hat man sich für eine eher realistischere Darstellung entschieden.

Die Pokémon sahen bzgl. des Designs sehr gut aus. Sie waren cartoonhaft genug, um nicht zu gruselig zu sein, aber realistisch genug, um nicht zu sehr herauszustechen. Leider ist mir oftmals die Belichtung der Pokémon im Hintergrund negativ aufgefallen, da diese nicht immer mit der Belichtung der menschlichen Figuren (und Pikachus) übereinstimmte. Allerdings habe ich, was diese Dinge angeht, auch einen höheren Anspruch, als die meisten.

Diversität

Normalerweise nichts, was ich groß bei einem Kurzreview reinbringen würde, aber hier habe ich das Bedürfnis: Der Film ist sehr divers – und macht dabei nicht einmal eine große Sache daraus. Ryme City ist eine unglaublich diverse Stadt, Tim ist schwarz, im Film kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Figuren vor. Es scheint mir wirklich, als haben sie hervorheben wollen, dass die Welt der Pokémon – in den Filmen zumindest – eine Welt für alle ist. Jedenfalls wenn wir danach gehen.

Leider ist mir soweit kein homoromantisches Paar im Hintergrund aufgefallen. Und die einzige Figur, die mir bewusst als behindert aufgefallen ist, ist keine besonders gute Repräsentation, wie ich finde.

Zusammengefasst

Allgemein kann ich sagen: Detective Pikachu wird ein schöner Film sein, um ihn sich mit Kindern anzuschauen. Und wenn man selbst ein Pokémon-Fan ist, ist der Film definitiv ebenfalls einen Kinobesuch wert. Hat man jedoch selbst keine große Bindung zu Pokémon, die den Film allein durch dieses „reale Pokémon“ Erlebnis faszinierend macht, würde ich den Film nicht zwangsläufig empfehlen, da – wie gesagt – die Handlung wirklich vorhersehbar ist.