Der NaNoWriMo – 10 Überlebenstipps

Es ist November. Das heißt, es ist wieder NaNoWriMo. Damit dachte ich, es wäre an der Zeit, auch einmal in diesem Weblog ein paar Überlebenstipps für den NaNoWriMo zu sammeln. Immerhin macht ein nicht unerheblicher Teil der Schreibcommunity dabei mit!

Was und warum?

Für die nicht Initiierten vielleicht eine kleine Erklärung dazu, was es denn nun mit dem NaNoWriMo eigentlich auf sich hat und warum zur Hölle ein Mensch sich das ganze so antun würde.

Der NaNoWriMo ist der „National Novel Writing Month“ – jedenfalls offiziell, denn eigentlich ist er schon lange der „International Novel Writing Month“, da Menschen aus aller Welt an der Veranstaltung teilnehmen. Ziel ist es innerhalb eines Monats einen Roman oder zumindest 50 000 Wörter zu schreiben. Gewinnen kann man dabei nichts, jedenfalls offiziell. Inoffiziell kriegen diejenigen, die es schaffen, allerhand Gutscheincode für verschiedene Schreibsoftwares.

Warum macht man das also? Na ja, um sagen zu können: „Ich habe meinen Roman innerhalb eines Monats geschrieben!“ Die Aktion gibt einem einen erstaunlich guten Boost für das Selbstbewusstsein. Natürlich ist das, was man am Ende hat, nur eine Rohfassung, aber eine Rohfassung haben oder nicht haben – nun, es ist keine Frage, was davon besser ist, oder?

Deswegen möchte ich heute mit euch ein paar Tipps teilen, die helfen können, den NaNoWriMo erfolgreich zu überstehen.

1. Preptober

Der NaNoWriMo findet jedes Jahr im November statt. Der Oktober hat dabei unter NaNoWriMo-Teilnehmenden den Spitznamen „Preptober“. Denn im Preptober wird so viel vorbereitet, wie man vorbereiten kann, ohne mit dem Schreiben bereits anzufangen.

Wenn ihr Plotter seid, dann könnt ihr den Preptober nutzen, um eben zu plotten. So mache ich es immer. Ich starte den NaNoWriMo immer mit einem fertigen Plotting-Dokument, das ich als Referenz während des NaNoWriMo verwende.

Aber auch Pantser können hier Sachen vorbereiten. Zum Beispiel können bereits Charakterkonzepte erstellt werden und diese weiter ausgearbeitet werden, so dass man ein besseres Gefühl für die Charaktere bekommt.

Vorbereitung hilft am Ende, im NaNoWriMo flüssiger schreiben zu können. Ohne sich auch noch über Plot und Ablauf Gedanken machen zu müssen.

2. Selbstfürsorge

Ein weiterer wirklich wichtiger Aspekt, der für den ganzen NaNoWriMo im Kopf behalten werden sollte, ist die Selbstfürsorge. Also die Sache, von der auch Psychologen die ganze Zeit predigen. Aber ja, Selbstfürsorge ist wichtig, um über den Monat zu kommen, ohne am Ende ein halbes Burnout oder eine Sehnenscheidenentzündung zu haben.

Wie kann diese Selbstfürsorge aussehen? Nun, idealerweise nutzt man nicht jede freie Minute zum Schreiben, sondern nimmt sich auch etwas Zeit für sich selbst. In der Zeit kann man eben machen, was einem sonst so noch Spaß macht.

Außerdem sollte man sich auch Zeit zur Entspannung nehmen. Beispielsweise indem man sich einmal ein Bad gönnt, auch einmal einen Tag ins Kino geht, oder sich halt Zeit für andere Sachen lässt, die einem bei der Entspannung helfen. Gönnt euch etwas.

3. Die richtige Schreibumgebung

Ein wenig mit zur Selbstfürsorge zählt es auch, sich eine Schreibumgebung einzurichten, in der man sich wohl fühlt. Was das bedeutet, kann für jeden etwas Unterschiedlich sein. Die einen schreiben konzentrierter an einem Schreibtisch, die anderen eher, während sie ins Bett oder aufs Sofa geflätzt sind. Da müsst ihr euch selbst gut genug für kennen.

Wichtig ist, dass ihr eure Schreibumgebung euch vorher einrichtet und während dem NaNoWriMo euch auch für diesen Zweck frei- und sauberhaltet. Denn das sind häufig wichtige Voraussetzungen, um während des NaNoWriMo konzentriert schreiben zu können.

Was übrigens auch zur richtigen Schreibumgebung gehören kann, ist die richtige Musik für euer Projekt. Egal, ob ihr LoFi und Chill hört oder euch eigene Playlists zusammenstellt: Sorgt dafür, dass ihr frühzeitig etwas vorbereitet.

4. Tagesziele haben

Ein weiterer wichtiger Tipp ist es, sich ordentliche Tagesziele zu setzen. Um die 50 000 Wörter im Verlauf des NaNoWriMo zu schaffen müsst ihr am Tag 1667 Wörter schreiben – entsprechend ist es sinnvoll dies als ein mindestes Tagesziel zu stecken. Da wir allerdings alle wissen, dass es zumindest zwei, drei Tage im Monat geben wird, an denen das Leben einfach dazwischen kommt und uns einen Strich durch die Rechnung macht, ist es absolut sinnvoll, das Tagesziel ein wenig höher zu setzen. Bspw. auf 2500 Wörter am Tag. So könnt ihr es leichter verkraften, wenn ihr an einem Tag einmal nicht euer Ziel erreicht.

Um euch zusätzlich zu motivieren, könnt ihr euch selbst kleine Belohnungen vorbereiten, die ihr euch selbst gebt, wenn ihr euer Tagesziel erreicht hat. Schokolade hilft bei vielen ziemlich gut, habe ich mir sagen lassen.

5.. Das richtige Nervenfutter

Allgemein ist es natürlich sinnvoll, sich das richtige Nervenfutter vorzubereiten. Was auch immer für euch Nervenfutter gibt. Statistisch gesehen konsumieren Autor*innen wohl während des NaNoWriMo deutlich mehr Schokolade, als unter normalen Umständen, doch natürlich ist Schokolade nicht für jeden das richtige Nervenfutter.

Neben den üblichen ungesunden Kandidaten – Schokolade, Gummibärchen, Chips – könnten auch ein paar gesunde Snacks sich für den NaNoWriMo eigenen. Beispielsweise Apfelspalten, Nüsse oder Karotten oder Paprika. Was auch immer euch schmeckt und euch hilft, euch zu konzentrieren.

6. Den eigenen Schreibtyp kennen

Was auch unglaublich wichtig sein kann, für das gelingen, des NaNoWriMo, ist es, den eigenen Schreibtyp zu kennen. Wie schreibt ihr am besten und am effizientesten? Vielen hilft es bei den Schreibsprints auf Twitter teilzunehmen – mir beispielsweise dagegen eher nicht, weil ich am effizientesten schreibe, wenn ich eine halbe Stunde am Stück habe, in der ich schreiben kann und mich wirklich in die Geschichte vertiefen kann. Wieder andere schreiben langsam, können dafür aber noch länger am Stück schreiben. Manche schreiben am besten morgens, manche am besten abends oder sogar nachts.

Für manche ist es auch hilfreich, wenn sie mit anderen zusammen oder mit anderen im Wettstreit schreiben. Das kommt ganz auf die etwaigen Personen an. Wichtig ist, dass ihr euren Schreibtyp kennt und eure Planung für den NaNoWriMo mit einzubauen!

7. Buddies

Was auch motivieren kann, ist es, einen Schreibbuddy zu haben. Also Freund*innen, die ebenfalls am NaNoWriMo teilnehmen und mit denen ihr euch gegenseitig zum Schreiben motivieren könnt. Egal, ob diese Motivation im Form eines gemeinsamen Wettstreits oder dem gegenseitigen Cheerleaden ausfällt. Vielleicht könnt ihr auch miteinander Ausschnitte teilen. Wie gesagt: Probiert einfach aus und schaut, was euch am meisten helfen kann. Auch Co-Worken, bspw. über Discord, kann helfen!

8. Schreibgruppen finden

Genau so, wie Buddies zu haben, kann es auch helfen, wenn man Schreibgruppen hat. Sei es online oder sogar in der Realität. Über das offizielle Forum das NaNoWriMo gibt es Gruppen, die sich gemeinsam organisieren und sich dann zusammen in Bars oder Cafés zum Schreiben treffen. Ähnlich wie mit Buddies, kann dies helfen, um sich gegenseitig zu motivieren und das Gefühl zu haben, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Plus: Ihr lernt Autor*innen aus eurem direktem Umfeld kennen – jedenfalls wenn ihr in Städten lebt – was definitiv auch ein Bonus sein kann.

9. Die richtigen Werkzeuge

Was auch helfen kann beim Schreiben, ist, das richtige Werkzeug zum Schreiben zu haben. Das kann zum einen bedeuten, das richtige Programm auf dem Computer zu haben (einige benutzen Scrivener, andere Word, wieder andere Open oder Libre Office). Das heißt vor allem das Programm, mit dem ihr am besten arbeiten könnt.

Es kann aber auch bedeuten, online hilfreiche Werkzeuge zu finden. Bspw. ist mein Werkzeug, das ich immer wieder benutze, Write or Die, ein kostenloses Onlinetool, das einem helfen kann, länger am Stück konzentriert zu schreiben.

Es gibt verschiedene Webseiten, die solche Tools sammeln. Es lohnt sich dabei also auf jeden Fall einmal durchzuklicken und zu schauen, ob ihr etwas findet, das euch helfen kann.

10. Es ist ein Marathon

Zuletzt möchte ich noch einmal eine Sache betonen, die für den NaNoWriMo wichtig ist: Es ist ein Marathon. Ja, dabei können Sprints helfen, um am Ende die Zeilen gefüllt zu bekommen, aber am Ende ist es ein Marathon. Manchmal kann es schädlich für das Gesamtergebnis sein, am Anfang mit einem unglaublichen Tempo loszusprinten, weil einem dann die Energien fürs Ende des Monats ausgehen.

Daher: Teilt euch eure Energien ein. Geht achtsam mit euch selbst um. Ihr kennt euch selbst am besten, also achtet darauf, wie ihr am besten arbeiten könnt.


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