Das Gute sehen – Top 11 Filme/Serien 2020

2020 war ein Jahr. Ich denke das ist unbestreitbar. Viele gute Dinge gibt es über das Jahr nicht zu sagen, weder für mich persönlich, noch für den Rest der Weltbevölkerung. Allerdings gab es ein paar Lichtblicke – in Form von Medien.

Das Gute sehen

Ich denke, wir werden morgen auch ohne großen Krabumm das Jahr sehr begeistert verabschieden und hoffen, dass das nächste Jahr zumindest ein wenig besser wird. Gerne würde ich sagen, dass es viel schlimmer nicht werden kann, aber das haben wir Silvester 2019 auch schon gesagt. Also beschwören wir besser nichts.

Über das ganze Jahr hinweg, das auch für mich persönlich furchtbar war, gab es natürlich auch weniger Ablenkung als normal. Immerhin waren die Kinos große Teile des Jahres zu. Dankbarerweise haben allerdings zumindest Netflix und Disney-Channel ihr bestes getan, um das Jahr etwas für mich zu verbessern.

Daher möchte ich mit euch die 11 Serien, bzw. Filme, die mir dieses Jahr das Jahr ein wenig verbessert haben. In aufsteigender Reihenfolge – aber alle 11 gut. Warum 11? Weil ich erst eine Top 10 gemacht habe und dann Birds of Prey vergessen hatte. (Das Jahr war lang, Birds of Prey fühlt sich, wie aus einem anderen Jahr an.)

Blood and Water

Das Jahr hatte für mich vor allem mit südafrikanischen Netflix-Originalen begeistert. Eine davon war Blood and Water.

Die Serie handelt von Puleng deren Schwester kurz nach ihrer Geburt entführt und verkauft wurde. Mittlerweile wäre ihre Schwester 18 und noch immer trauert ihre Mutter um den Verlust. Zu allem Überfluss wird ihr Vater für die Entführung verhaftet, was ihr Probleme mit ihren Mitschülerinnen bringt. Da trifft sie auf einer Feier ein Mädchen, das ihr sehr ähnlich ist, und zu allem Überfluss am selben Tag Geburtstag hat, wie ihre Schwester. Nun von dem Gedanken besessen, vielleicht ihre Schwester gefunden zu haben, versucht Puleng dem Mädchen näher zu kommen und bringt sich dabei mehr und mehr in Probleme.

Okay, ich bin ehrlich: Die Serie ist sehr Teenie-Drama. Mehr als einmal mochte ich die Charaktere anschreien: „Redet miteinander!“ Dennoch war es auch die erste Teenie-Serie seit langem, die ich komplett (im Sinne der bisher erschienenen Staffel 1) geschaut habe. Also wer gerne YA mag, wird sicher Spaß an der Serie haben.

Enola Holmes

Ein weiteres Netflix-Original. Dieses Mal ein Film. Wie gesagt: Dieses Jahr wurde für mich von Netflix dominiert, was Medien angeht.

Enola ist die jüngere Schwester von Sherlock und Mycraft Holmes. Sie wächst allein mit ihrer Mutter auf – was für sie auch in Ordnung ist, bis ihre Mutter eines Tages verschwindet. Als ihre Brüder auftauchen, beschließt Mycraft, dass Enola dringend zu einer Dame erzogen werden muss. Doch Enola hat anderes vor. Sie macht sich auf den Weg nach London, um nach ihrer Mutter zu suchen. Unterwegs wird sie jedoch in eine andere Geschichte verwickelt, als sie auf einen Jungen trifft, der von einem Auftragsmörder verfolgt wird.

Ich habe schon darüber gesprochen, dass dieses Jahr für mich sehr von Sherlock Holmes dominiert wurde. Enola hat wunderbar in das Programm mit hinein gespielt. Eine schöne Sherlock Holmes Geschichte, selbst wenn Sherlock selbst nur eine Nebenrolle spielt. Ich fand den Film sehr charmant – zumal man mich immer damit gewinnen kann, wenn die vierte Wand gebrochen wird.

Die bunte Seite des Mondes

Noch ein Netflix-Original. Dieses Mal ein Animationsfilm, der effektiv ein chinesischer Disneyfilm ist.

Fei Fei und ihre Mutter lieben die Geschichte der Mondgöttin Chang’e. Doch Fei Feis Mutter stirbt und lässt das Mädchen allein mit ihrem Vater zurück. Als dieser neu heiraten will, denkt sie, dass er den Glauben an Chang’e verloren hat. Sie beschließt ihm die Existenz von Chang’e zu beweisen, indem sie zum Mond reist, um so irgendwie die neue Ehe zu verhindern. Doch Chang’e ist ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat.

Mein Gedanke beim Schauen des Films war: „Peterchens Mondfahrt, aber mit chinesischer Mythologie“. Der Film ist eine chinesisch-amerikanische Co-Produktion und sehr wie ein Disney-Film aufgezogen – inklusive diverser Musical-Nummern. Ein sehr schöner und rührender Film.

Kipo and the Age of Wonderbeasts

Eine Netflix-Animationsserie, die tatsächlich mit drei Staffeln komplett dieses Jahr gelaufen ist.

Kipo hat ihr ganzes Leben in ihrem Bau – einer unterirdischen Stadt – verbracht. Durch einen Unfall wird sie an die Oberfläche gespült, die von mutierten Tieren, Mutes, beherrscht wird. Tiere, die gelernt haben zu sprechen und ihrerseits Kultur entwickelt haben. Um zurück zu ihrem Bau und ihrem Vater zu finden, braucht sie die Hilfe von Wolf und Benson, die beide auf der Oberfläche aufgewachsen sind.

Kipo ist eine vornehmlich schwarze Animationsserie. Es ist Scifi-Fantasy und die Serie macht einfach nur Spaß. Sie ist weird, aber unglaublich lustig. Außerdem ist sie mit ihren drei Staffeln sehr überschaubar in ihrer Länge und hat einen super ausgearbeiteten Handlungsverlauf.

Birds of Prey

Einer der wenigen Filme, die ich dieses Jahr im Kino sehen konnte, bevor diese dicht gemacht haben, war Birds of Prey.

Harley hat mit dem Joker Schluss gemacht – nur weiß das niemand. Dies ist gleichzeitig ein Segen, nervt sie aber ungemein. Also macht sie noch einmal ganz symbolisch Schluss, indem sie Ace Chemicals, das Hideout vom Joker, in die Luft sprengt. Nur eine Sache hat sie dabei nicht bedacht: Die Leute, die sauer auf sie sind und sich bisher nur aus Angst vor dem Joker nicht mit ihr angelegt haben. Zu allem Überfluss sammelt sie außerdem noch ein Mädchen auf, das einen Diamanten von niemand anderem als Roman Sionis geklaut.

Der eine Superheldinnenfilm von mehreren, der dieses Jahr herauskommen sollte und tatsächlich herausgekommen ist. Was soll man groß sagen? Der Film war von einem vornehmlich weiblichen Team gemacht worden und das merkte man auch – was großartig war. Keinerlei male Gazyness dafür super toll auf Frauen und ihre Geschichten konzentriert. Bitte mehr davon.

She-Ra and the Princesses of Power

Technisch gesehen eine Serie, die dieses Jahr nur beendet wurde, aber ich zähle sie dennoch dazu.

Adora ist bei der Horde aufgewachsen, wo sie Hordak gedient und trainiert hat, um die Rebellenprinzessinnen zu besiegen. Als sie mit ihrer Ziehschwester Catra einen Ausflug macht, findet sie ein Schwert, das sie ruft. Mit dessen Hilfe ist verwandelt sie sich in die legendäre Kriegerin She-Ra. Bald schon ist sie Teil der Rebellenprinzessinnen und stellt sich gegen die Horde, obwohl das auch heißt, sich gegen Catra zu stellen.

She-Ra war vor allem eine sehr, sehr queere Serie – und großartig dafür. Die Serie zelebriert Queerness, wie es vielleicht abgesehen von Steven Universe soweit keine Serie gemacht hat. Das Ende ist dazu noch großartig dekolonial.

Jojo Rabbit

Okay, einer der wenigen Filme, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, selbst wenn der Film technisch gesehen in den USA letztes Jahr erschienen ist. Da der deutsche Release 2020 war, gilt es dennoch.

1945. Jojo lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Ort in Deutschland. Nachdem er es nicht über sich bringt, einen Hasen zu töten, lachen die anderen Jungen bei der Hitlerjugend ihn aus. Um es ihnen zu beweisen, ist er etwas übereifrig mit einer Granate und verletzt sich selbst. Eines Tages hört er seltsame Geräusche im Dachgeschoss des Hauses, das er mit seiner Mutter bewohnt. Als er nachforscht, was es damit auf sich hat, findet er ein jüdisches Mädchen, Elsa, dort. Sein imaginärer Freund, Hitler, ist alles andere als begeistert.

Was soll ich sagen? Der Film ist von Taika Waititi. Wenn ein Film von Taika Waititi ist, sind die Chancen gut, dass ich ihn mag. Obwohl das Konzept des Films klingt, als sollte er nicht funktionieren, ist der Film unglaublich schön, unglaublich herzlich und verflucht emotional.

The Old Guard

Machen wir mit noch einem Netflix-Film weiter – dieses Mal eine Comic-Verfilmung, wo es dieses Jahr schon kein MCU-Filme gab.

Andy, Booker, Nicky und Joe sind unsterblich. Seit hunderten von Jahren leben sie zwischen den Menschen, mischen sich ab und an in große Konflikte ein. Allerdings ist es in der modernen Zeit immer schwerer geworden, ihre Existenz geheim zu halten. Da taucht eine neue Unsterbliche auf, Nile. Gleichzeitig hat es eine Organisation auf die Gruppe Unsterblicher abgesehen. Ein Pharmaunternehmen, das versucht ihre Unsterblichkeit zu vermarkten. Als Nicky und Joe entführt werden, liegt es an Andy, Nile und Booker sie zu retten.

Mit der Film, auf den ich dieses Jahr am meisten gehypt war. Zugegebenermaßen kann man für mich auch wenig falsch machen, wenn man Charlize Theron in einem Action-Film castet. Bedenkt man dazu, dass der Film mit Nicky und Joe supertolle queere Repräsentation hat, ist der Film wirklich, wie für mich gemacht.

Queen Sono

Noch eine südafrikanische Netflix-Produktion. Meine liebste Netflix-Produktion für dieses Jahr.

Queen ist die Tochter der revolutionären Anführerin Safiya Sono, die kurz vor Ende der Apartheid ermordet wurde. In ihrer Jugend ist sie immer wieder straffällig geworden, doch mittlerweile arbeitet sie als Spionin für den Staat. Als mehrere Terroranschläge auf südafrikanischen Boden stattfinden, findet sie sich weit mehr involviert, als sie es geplant hat.

Was soll ich sagen? Die Serie ist feministisch, sie ist dekolonial, sie hat definitiv sozialistische Untertöne. Was möchte ich mehr? Die Serie ist großartig gemacht – eine unglaublich spannende Serie mit großartig umgesetzten Charakteren. Und ich möchte noch einmal betonen: Die Serie ist sehr mit dem Thema Kolonialismus und Neokolonialismus beschäftigt. Die Serie wäre auch mein Highlight des Jahres gewesen, wäre da nicht eine gewisse Serie auf dem Disney Channel gewesen.

The Owl House

Mein liebstes Ding dieses Jahr, war tatsächlich von Disney und eine kleine gewisse Serie, über die ich schon einen eigenen Beitrag geschrieben habe.

Luz passt nirgendwo so ganz dazu. Statt mit Schule beschäftigt sie sich lieber mit Fantasy-Büchern. Am selben Tag, an dem sie in das „Pass dich an“-Sommercamp geschickt werden soll, klaut eine Eule ihr Lieblingsbuch. Doch als sie der Eule folgt, landet sie in einer anderen Welt. Dort trifft sie die Hexe Eda und schafft es irgendwie, sie zu überzeugen, sie als Schülerin aufzunehmen. Also verbringt sie ihre Sommerferien, statt in einem Sommercamp, auf den Brodelinseln.

The Owl House, alias „Willkommen im Haus der Eulen“ ist mein Highlight für dieses Jahr. Die Serie ist so charmant, so queer und einfach genau das, was ich in diesem Jahr gebraucht habe. Es gibt hier wenig zu sagen, was ich nicht schon im kompletten Review gesagt habe. Die Serie ist schön, sie hat unglaublich liebenswerte Charaktere und eine sehr einmalige Welt. Ich kann Staffel 2 kaum erwarten.


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