5 Anime, die einen Reboot verdienen

Diese Woche werden wir hier im Blog einmal ein wenig nostalgisch und reden über alte Anime. Allerdings darüber, welche Anime besonders gut waren – wenngleich auch das – sondern darüber, welche ein Reboot verdienen würden.

Das Zeitalter der Anime-Reboots

Wer Anime-Releases verfolgt, könnte mitbekommen haben, dass es aktuell einen Boom an Anime Reboots und Remakes gibt. Der Remake von Fruits Basket erfolgt sich großer Beliebtheit und guter Einschaltquoten. Auch das aktuelle Reboot von Digimon Adventure hat ziemlich gute Einschaltquoten und bringt gute Absätze mit sich. Und natürlich sind diese neuen Serien nicht der Anfang.

Wir hatten mit Sailor Moon Crystal schon vor ein paar Jahren eine sehr gut laufende Remake-Serie und auch Full Metal Alchemist: Brotherhood hat sich großer Beliebtheit erfreut. Auch Devilman Crybaby, das über Netflix released wurde, hat viele neue Fans zu dieser beinahe vergessenen Serie gebracht.

Und aktuell sind noch einige andere Remakes angekündigt. Meine persönlich großen Freuden sind die angekündigten Remakes von Tokyo Mew Mew und Shaman King, zwei Serien, die ich, als sie damals in Japan liefen, sehr, sehr gerne gesehen habe, auch wenn sie ihrer Mangavorlage nicht sehr treu waren. Und wo wir so viele Remakes und Reboots bekommen, komme ich nicht umher darüber nachzudenken, welche anderen Serien ebenfalls ein Remake verdienen würden …

Slayers

Fangen wir mit dem ältesten Anime aus dieser Liste an: Slayers. Slayers ist ein Anime basierend auf einem Manga, der wiederum auf einer Light Novel beruht. Die Serie erfreute sich in den 90ern und frühen 00ern recht großer Beliebtheit und bekam als Anime immerhin 5 Staffeln.

Für diejenigen, die sie nicht kennen: Slayers spielt in einer Welt, der der von Dungeons and Dragons nicht unähnlich ist. Eine Welt mit Königen, Rittern, Magiern und Monstern. Eine solche Magierin ist Lina Inverse, die ihre Kräfte vor allem dafür nutzt, um Geld zu verdienen. Auf ihren Abenteuern lernt sie den weit weniger gewitzten Krieger Goury kennen, der schwört sie zu beschützen. Gemeinsam stolpern sie unwillentlich in ein Abenteuer, als eine Statue, die Lina von Räubern stiehlt, über das Schicksal der Welt entscheiden könnte …

Die Serie hat eine Menge Humor, der überraschend gut bis heute gealtert ist. Allgemein ist die Serie recht gut gealtert, doch ändert dies nichts daran, dass die Animation in die Jahre gekommen ist. Bedenkt man außerdem, dass die originale Light Novel Serie über 50 Bände umfasst, gibt es eine Menge Material, dass noch nicht in animierter Form umgesetzt wurde. Entsprechend wäre eine solche Umsetzung in einem modernen Animationsstil sicher spannend zu sehen.

DNAngel

Sagt Bescheid, wenn euch diese Geschichte bekannt vorkommt: Ein Manga wird geschrieben und läuft recht gut. Doch aufgrund von gesundheitlichen Problemen des Mangakas und allgemeinen eines kreativen Tiefs wird der Manga auf Eis gelegt. Der Anime bekommt eine abgeschlossene Staffel, die jedoch natürlich keine Chance hat, dass richtige Ende abzubilden – immerhin existiert es nicht.

Nein, ich rede nicht von X/1999, sondern von DNAngel.

Die Serie handelt, wie manch ein anderer Anime/Manga auch, von einem Meisterdieb. In diesem Fall geht es jedoch um Daisuke Niwa, der von klein auf zum Meisterdieb ausgebildet wurde. Was er jedoch nicht weiß: In seiner Familie wird der magische Meisterdieb Dark in jeder Generation neu geboren. Denkt Daisuke an das Mädchen, in das er sich verliebt hat, verwandelt er sich in Dark, der so dann auf Raubzüge geht. Dabei geht es nicht selten darum, magische, verfluchte Artefakte zu stehlen und in Sicherheit zu bringen.

Wie schon gesagt: Der Manga wurde lange nicht fortgesetzt. Um genau zu sein lief der Manga von 2001 bis 2005, machte eine Pause bis 2008, dann eine bis 2010 und dann kam bis 2019 erst einmal nichts neues mehr. Der Anime lief in 2003, sprich: Es fehlt eine Menge von dem, was im Manga noch passiert ist. Da es sich um einen wirklich schönen Manga handelt, wäre es wirklich wunderbar, einen Anime zu haben, der mehr des Mangas abbildet.

Monster Rancher

Kommen wir zu einem Anime, der keine Mangavorlage hatte, sondern auf einem Videospiel beruht: Monster Farm, im deutschen bekannt als Monster Rancher. Ein Anime, der damals sogar auf RTL2 lief und auf einer Videospiel-Reihe beruht, von der es bis heute neue Spiele gibt.

Im Anime gewinnt der Junge Genki ein Turnier des Videospiels Monster Rancher und bekommt als Preis das neuste Spiel der Reihe als einer der ersten geschenkt. Als er die CD jedoch in seine Playstation legt, wird er in die Welt von Monster Rancher transportiert. Dort herrscht ein Krieg, der schon vielen Menschen und Monstern das Leben gekostet hat. Das Mädchen Holly hofft gedoch, den legendären Phönix beschwören zu können, um so das böse Monster Moo zu besiegen, das den Krieg begonnen hat. So beschließt Genki ihr zu helfen.

Monster Rancher war einer der Monster-Anime, wie Digimon und Pokémon, die Ende der 90er lief, bekam jedoch anders als die beiden Serien nur zwei Staffeln. Dies ist besonders schade, da die Serie eine wirklich gute Geschichte erzählt und dabei ihr Publikum sehr ernst nimmt. Die Serie behandelt das Thema Krieg mit einer überraschenden Ernsthaftigkeit für eine Kinderserie. Leute sterben – und anders, als bspw. bei Digimon, sind es nicht nur Menschen.

Umso trauriger ist es, dass Monster Rancher nach diesen zwei Staffeln nie wieder eine Anime-Umsetzung bekommen hat. Dies ist besonders schade, da die Welt, die eine eher mittelalterliche Welt darstellt, in der Menschen und sprechende Monster zusammenleben und -arbeiten, sich deutlich von den anderen Monster-Shows seiner Zeit unterscheidet. Und Spiele gibt es bis heute.

Magic Knights Rayearth

Über CLAMP habe ich bereits einen eigenen Eintrag geschrieben und ich wusste, dass sie wenigstens einmal in dieser Liste vertreten sein müssten. Die Serie, für die ich mich entschieden habe, mischt klassisches Fantasy mit Magical Girls und Mechas.

In Magic Knights Rayearth treffen sich drei Mädchen verschiedener Schulen auf dem Tokyo Tower. Als die drei eine mysteriöse Stimme hören, werden sie in eine andere Welt teleportiert. Die Welt Cephiro. Diese Welt wird von einer Säule am Leben gehalten – einer Frau, die die Welt durch ihr Gebet am Leben erhält. Diese wurde jedoch vom bösen Zagato gefangen genommen. Nun liegt es an den drei Mädchen – Hikaru, Umi und Fuu – diese „Säule“, Prinzessin Emeraude, zu retten, um Cephiro vor der Vernichtung zu retten.

Wie viele Anime seiner Zeit ist die Anime Umsetzung von Magic Knights Rayearth dadurch beeinträchtigt worden, dass sie in Auftrag gegeben wurde, als der Anime auf der Höhe seiner Beliebtheit war, jedoch schnell zum Stand des Mangas aufschloss und kein weiteres Material zu adaptieren hatte. Dies sorgt für eine erste Hälfte, die sich recht eng an den Manga hält, und eine zweite Hälfte, die in eine beinahe komplett andere Richtung als der Manga geht.

Wie viele Geschichten von CLAMP ist Magic Knights Rayearth seiner Zeit in einigen Punkten voraus gewesen. Es hat außerdem eine wunderschöne Welt und wunderschöne Kostüme, die von moderner Animation sicher profitieren würden.

Ouran High School Host Club

Kommen wir als letztes zu einer Serie, die wirklich ein sehr deutliches Beispiel für „Anime setzt nur einen sehr, sehr kleinen Teil der Vorlage vage um“ ist: Ouran High School Host Club.

Diese Serie handelt von Haruhi, die aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen auf die angesehene Ouran High School aufgenommen wird. Als sie auf der Suche nach einem Ort zum Lernen in den Host Club stolpert und eine teure Vase zerstört, beschließt der Clubvorstehende Tamaki sie als Host im Club ihre Schulden abarbeiten zu lassen. Allerdings nur, da er sie aufgrund ihrer kurzen Haare für einen Jungen hält. Als die anderen Mitglieder herausfinden, dass es sich bei Haruhi (zumindest nach Ausweis) um ein Mädchen handelt, beschließen sie, dies vor dem Rest der Schule zu verheimlichen.

Diese Serie ist sehr angenehm queer. Etwas, das seinerzeit ein wenig untergegangen ist. Doch Haruhi sagt direkt in der ersten Folge, in der Frage, warum sie die falsche Annahme des Geschlechtes nicht korrigiert hat, dass sie sich nicht wirklich als Mädchen identifiziert. Sie nimmt im Verlauf der Serie auch mehr und mehr männliche Verhaltens- und Sprachmuster an. Allein dafür würde eine moderne Auflage schon Gold wert sein.

Ebenso ist es aber auch so, dass die Serie einen Manga mit 18 Bänden, gerade einmal 26 Folgen umfasst und damit nur einen kleinen Teil des Mangas abdeckt. Da die Serie zudem 4 Jahre vor dem Ende des Manga lief, konnte sie auch das eigentliche Ende nicht abbilden. Dabei ist es wirklich eine wunderschöne Serie, die heute sicher neue Fans finden könnte.


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